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Groupon: Fertig Dealen mit falschen Doktortiteln

Groupon: Seit dem Börsengang gibts fast nur noch schlechte Neuigkeiten. (Bild: Keystone)

Das Schnäppchenportal Groupon darf nicht länger mit Gutscheinen für Fantasie-Doktortitel handeln. Die Firma kommt seit Längerem aus den Negativschlagzeilen nicht mehr heraus.

Veröffentlicht am 11.09.2012

Das Rabattportal Groupon darf nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin nicht länger Gutscheine für akademische Fantasietitel an den Mann bringen.

Das Gericht teilte laut der Nachrichtenagentur dpa mit, Groupon habe Ehrendoktor- und Professorentitel zu obskuren Fachgebieten wie «Exorcism», «Immortality» und «Ufology» über das Internet vertrieben, berichtet das IT-Portal Heise Online. Auf den ersten Blick sei nicht erkennbar, dass es sich um «Scherzartikel» handle, begründete ein Gerichtssprecher das Urteil. So könne «Psychic Sciences» («paranormale Wissenschaften» oder «Parapsychologie») leicht mit «Psychologie» verwechselt werden.

Chaos nach Börsengang

Das Schnäppchenportal hat auch sonst an einigen Fronten zu kämpfen. Ein Aktionär verklagte das Internetportal Groupon im April. In der Klage, die bei einem Gericht in Chicago einging, wird Groupon vorgeworfen, die Aktionäre mit Blick auf die finanziellen Aussichten der Firma in die Irre geführt zu haben. Eine Groupon-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Groupon war 2011 an die Börse gegangen und musste im April 2012 die ersten als börsennotiertes Unternehmen vorgelegten Quartalszahlen ändern: Der Verlust war noch grösser als zunächst ausgewiesen. Auch hatte sich bereits die US-Börsenaufsicht SEC eingeschaltet.

Investoren springen ab

Grosse Investoren, die noch kurz vor dem Börsengang in das Online-Schnäppchenportal Groupon investiert hatten, verlieren das Vertrauen in das E-Commerce-Unternehmen, wie das «Wall Street Journal» berichtete.

Seine Anteile verkauft hat unter anderen auch der Silicon-Valley-Veteran Marc Andreessen. Seine Investment-Firma Andreessen Horowitz verkaufte kurz nach Ablaufen der Sperrfrist 5,1 Millionen Aktien. Der Gründer von Netscape soll dabei einen Profit von beinahe 14 Millionen Dollar auf sein ursprüngliches Investment von 40 Millionen realisiert haben. Mindestens vier weitere Grossinvestoren sollen gleich vorgegangen sein.

(chb/vst)

 

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