Die EU-Kommission hat die geplante Fusion zwischen der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd und der Containersparte der chilenischen CSAV mit Auflagen gebilligt. Die Freigabe sei an die Bedingung geknüpft, dass sich CSAV aus zwei Konsortien im Handel zwischen Nordeuropa und der Karibik sowie zwischen Nordeuropa und der Westküste Südamerikas zurückziehe, legte die Kommission am Donnerstag fest.

Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erklärte: «Durch die in unserem Beschluss festgelegten Bedingungen wird verhindert, dass es in der Folge des Zusammenschlusses der beiden Unternehmen zu Preiserhöhungen kommen könnte. »

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Genehmingung aus China, Chile und Brasilien steht aus

Hapag-Lloyd und CSAV begrüssten die Freigabe durch die EU. Jetzt stünden nur noch die Zustimmungen weniger anderer Länder aus, teilte die Reederei in Hamburg mit. Die US-Kartellbehörden hatten Anfang August grünes Licht gegeben. Von den grösseren und wichtigen Ländern fehlen noch die Genehmigungen aus China, Chile und Brasilien. Insgesamt müssen ungefähr 15 Kartellbehörden rund um den Globus den geplanten Zusammenschluss absegnen.

Hapag-Lloyd und CSAV wollen die Fusion bis Jahresende unter Dach und Fach bringen, wenn bis dahin alle Genehmigungen vorliegen. Der komplexe Fusionsprozess, der auch Kapitalerhöhungen und eine Beteiligung von CSAV an Hapag-Llyod einschliesst, läuft bereits seit Monaten; der eigentliche Fusionsbeschluss wurde im April gefasst.

Viertgrösste Containerreederei

Hapag-Lloyd wäre nach dem Zusammenschluss mit rund 200 Schiffen, einem Transportvolumen von 7,5 Millionen Standardcontainern (TEU) und einem Umsatz von rund 9 Milliarden Euro die viertgrösste Containerreederei der Welt.

Grösse ist wichtig in der Schifffahrt, die seit sechs Jahren durch eine Krise geht und wegen niedriger Fracht- und Charterraten kaum Gewinn abwirft. Das könnte in absehbarer Zeit einen Konsolidierungsprozess in der Branche nach sich ziehen.

 (awp/sda/ise/ama)