Für rund 100 Millionen Franken wird bis 2020 ein Besucher- und Forschungszentrum auf dem Gelände des Schokoladeherstellers Lindt&Sprüngli in Kilchberg ZH entstehen. 350'000 Personen jährlich sollen ab dann Museum, Shop und Café besuchen. Am Dienstag war Grundsteinlegung.

«Wir fühlen uns Kilchberg sehr verbunden. Für das Chocolate Competence Center kam kein anderer Standort in Frage als dort, wo unsere Wurzeln sind», sagte Ernst Tanner, Verwaltungsratspräsident von Lindt&Sprüngli sowie Präsident der Stiftung, die das neue Schokoladezentrum realisiert, vor geladenen Gästen und Medienvertretern.

Museum, Shop, Café

Am Dienstag wurde der erste Stein des Neubaus gesetzt. Die Bauarbeiten hatten bereits im Januar begonnen. Der Aushub für den rund 90 Meter langen und 54 Meter breiten Baukörper umfasste 4500 Lastwagenladungen Erde.

Bis 2020 soll das Gebäude stehen, das unter anderem ein Museum, einen 500 Quadratmeter grossen Shop, ein Café, eine Forschungsabteilung und Ausbildungsbereiche beherbergen wird. Das Basler Architekturbüro Christ&Gantenbein hat den Zuschlag für das Projekt erhalten. Die Basler haben unter anderem die Erweiterungsbauten für das Kunstmuseum Basel und das Landesmuseum in Zürich in ihrem Portfolio.

«Standort stärken»

Nach Ansicht von Ernst Tanner wird das Kompetenzzentrum den «Schokoladestandort Schweiz» stärken. Gleichzeitig bezeichnet er den Bau als «most exciting project», als höchst aufregendes Projekt. Die Gemeinde Kilchberg erteilte die Baubewilligung in kürzester Zeit erteilt - Gemeinde und Unternehmen verstehen das Schokoladezentrum als Bekenntnis Lindt&Sprünglis zum Standort Kilchberg.

Während im Bereich der Forschungsabteilung der Schokoladenhersteller die Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen sucht, richten sich die meisten anderen Bereiche des Competence Centers an Touristen. 350'000 Besucher jährlich erwarten die Verantwortlichen.

Attraktion Schokoladebrunnen

Im zentralen Lichthof des Gebäudes wird ein Blickfang installiert, bei dem die Verantwortlichen bereits heute an das Echo in den sozialen Medien denken: Ein acht Meter hoher Schokobrunnen, bei dem unablässig zwei Tonnen flüssige Schokolade von einer exorbitanten Lindorkugel hoch zu einem Schwingbesen gepumpt werden. Kamillo Kitzmantel, Landesverantwortlicher Schweiz bei Lindt&Sprüngli, sagte: «Stellen Sie sich vor, wie viele Selfies da geschossen werden.»

Mit Hinblick darauf sollen laut Stiftungsratspräsident Tanner auch in den Lindt&Sprüngli-Läden auf dem Jungfraujoch, dem Titlis und der Rigi für einen Besuch im Schokoladezentrum am Zürichsee geworben werden.

Süsses aus Kilchberg

Lindt&Sprüngli baute die Schokoladefabrik am Seeufer in Kilchberg 1899. Die Unternehmenszentrale liegt heute noch dort. Das Unternehmen zählt rund 13'500 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 3900 Millionen Franken. Es exportiert seine Produkte in 120 Länder.

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(sda/cfr/me)
 

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