Die stark gesunkenen Energiepreise und das niedrige Zinsumfeld machen dem schweizerisch-deutschen Stromkonzern Energiedienst zu schaffen. Im ersten Halbjahr sank der Reingewinn um 7 Millionen auf 15 Millionen Euro, der Umsatz verringerte sich im Vorjahresvergleich um 32,7 Millionen auf 497,6 Millionen Euro.

Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 7,3 Millionen auf 20,2 Millionen Euro, wie Energiedienst am Freitag mitteilte. Der Stromabsatz sank um 12 Prozent auf 4,646 Millionen Kilowattstunden.

Prognosen angepasst

Ursache für den Rückgang des Ergebnisses sei vor allem das weitere Sinken der Grosshandelspreise für Strom. Man habe daher die mittelfristigen Energiepreisprognosen aktualisiert und so genannte Drohverlustrückstellungen auf Lieferverträge in Höhe von 6 Mio. Euro gebildet.

Die Senkung des Diskontsatzes auf deutsche Personalvorsorgeverpflichtungen habe zu einem zusätzlichen Personalaufwand von 7 Mio. Euro geführt. Schliesslich seien wegen höherer Wasserzinsen in der Schweiz die Abgaben um 1 Mio. Euro gestiegen, teilte das ausschliesslich Ökostrom produzierende Unternehmen mit. Die Aufwertung des Frankens habe derweil keinen wesentlichen Effekt auf das Unternehmensergebnis gehabt.

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Für das Gesamtjahr rechnet Energiedienst bei normaler Wasserführung und bei einem stabilen Personalvorsorge-Diskontierungssatz mit einem EBIT von 40 bis 50 Mio. Euro.

Neue Aufgabe für Finanzchef

Zudem gab Energiedienst personelle Veränderungen in der Geschäftsleitung bekannt. Finanzchef Christian Bersier übernimmt den neu gegründeten Bereich «Innovation und neue Geschäftsfelder». Darin würden ab August alle Innovationsprojekte zusammengefasst, die nicht zum aktuellen Standardgeschäft der Unternehmensgruppe gehörten. Der Unternehmensbereich sei bei der erweiterten Geschäftsleitung angesiedelt.

Zum Nachfolger als Leiter Finanzen und Personal wurde Klaus Müller ernannt, derzeit Leiter des Rechnungswesens. Auch er wird Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.

(awp/mbü)