Wer sich heute mit dem Gedanken beschäftigt, Wohneigentum zu bauen, kommt an einer Grundsatzfrage nicht vorbei: Soll ich einen energieeffizienten Minergiestandard wählen? Dabei geht es nicht nur um die bekannten Effekte wie schonender Ressourcenverbrauch oder Wohnkomfort. Die Bauweise ist auch aus Finanzierungssicht von entscheidender Bedeutung.

Minergie wird populär

Der Minergiestandard ist bei Neubauten immer häufiger anzutreffen, wird er doch von zahlreichen Kantonen auch finanziell unterstützt. Wer ein minergiezertifiziertes Eigenheim bauen will, sollte einen Punkt beachten: Um die klar definierten Anforderungen der verschiedenen Minergie-Qualitätslabels (Minergie, Minergie-P oder Minergie-Eco ) zu erfüllen, ist es bei der Planung jedes Bauprojektes unerlässlich, einen Fachmann beizuziehen, zum Beispiel einen spezialisierten Architekten.

Einige wichtige architektonische Aspekte kann aber auch der Laie bereits in der Projektphase überprüfen. Dazu gehören etwa Fragestellungen wie:

Ist die Hauptfassade nach Süden ausgerichtet und weist diese die grösste Fensterfläche auf?

Sind die Fenster in Richtung Osten, Westen und Norden deutlich kleiner?

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Wirft kein Baum seinen Schatten auf das Grundstück?

Bezüglich bau- und haustechnischer Massnahmen ist fachmännischer Rat besonders wertvoll. Im Rahmen des vorgesehenen Budgets gilt es gerade hier, die richtigen Prioritäten zu setzen. Investitionen in eine moderne Küche mögen auf den ersten Blick attraktiver erscheinen als Ausgaben für die Wärmedämmung, Verglasung, Lüftung oder Heizung. Als weitsichtiger Bauherr sollte man diesbezüglich aber keine voreiligen Entscheidungen treffen.

Minergie als Mehrwert

Die Wichtigkeit dieses Punktes zeigt sich bei der Bewertungsfrage. Ist die Erstellung des Eigenheims abgeschlossen, steht im Normalfall die Überführung des Baukredits in eine Hypothek an. Dabei nimmt jede Bank eine Überprüfung des Immobilienwertes vor. Diese Bewertung basiert auf den Anlagekosten des neu erstellten Gebäudes.

Die Credit Suisse führt die Bewertung mittels eines differenzierten Verfahrens mit Bandbreiten durch. Dieses hedonische Modell erlaubt es, anhand einiger wichtiger Eckwerte einen ungefähren Verkehrswert zu ermitteln. Neben der Lage, der in unmittelbarer Nähe zu findenden Infrastruktur sowie der Grösse und dem Innenausbau der Liegenschaft ist insbesondere die Konstruktion des Gebäudes entscheidend für die Wertermittlung. Der Minergie-standard widerspiegelt sich folglich direkt in einem höheren Marktwert und, dank der zukunftsträchtigen Technik, auch in einer grösseren Werthaltigkeit der Liegenschaft.

Bei einem Weiterverkauf können die Mehrkosten somit ausgeglichen werden. Zudem lässt sich ein beträchtlicher Teil der Mehrkosten dank des massiv reduzierten Energieverbrauchs und des geringeren Unterhaltsaufwands über die Jahre amortisieren.

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Andere Finanzierungskriterien

Die verschiedenen positiven Eigenschaften von Minergieobjekten erlauben es, die sonst üblichen Finanzierungskriterien für Hypotheken zugunsten des Kunden anzupassen. So profitiert der Minergie-Bauherr zum Beispiel bei der Credit Suisse von folgenden Vorteilen:

Die aufgrund der Minergiebauweise entstehenden Mehrkosten können zu 100% über die Hypothek finanziert werden (bis maximal 5% des Verkehrswertes beziehungsweise der Gesamtanlagekosten).

Dank der höheren Werthaltigkeit muss die 2. Hypothek erst fünf Jahre später als üblich vollständig zurückbezahlt sein.

Bei der Tragbarkeitsberechnung kommt ein reduzierter Nebenkostenansatz zur Anwendung.

Trotz der möglichen höheren Belehnung bei Minergiebauten ist demnach die finanzielle Belastung für den Bauherrn gleich hoch wie bei einer konservativen Bauweise.

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