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Analyse
Gürtel wird enger geschnallt: Banken sind im Sparmodus

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UBS: Grösste Schweizer Bank.Quelle: Keystone

Die Finanzdienstleister im deutschsprachigen Raum wollen gesamthaft mehr als 60 Milliarden Franken einsparen.

Veröffentlicht am 18.06.2018

Banken und andere Finanzdienstleister im deutschsprachigen Raum planen Einsparungen von insgesamt 57 Milliarden Euro – das sind fast 65 Milliarden Franken. Das Gros soll bereits in den nächsten 18 Monaten weggespart sein. Dies zeigt eine Studie der Managementberatung Horváth & Partners zu Effizienzsteigerungs-Programmen in der Branche. 

Befragt wurden knapp 150 Unternehmen, wobei der grösste Teil auf Privat-und Geschäftsbanken sowie Volks-und Raiffeisenbanken entfiel. Rund zwei Drittel der Top-Performer in der Branche setzen sich demnach ein Einsparungsziel von 15 Prozent bis 25 Prozent. Dies liege deutlich über den Low-Performern, bei denen knapp drei Viertel Kosteneinsparungen von unter 15 Prozent anstreben würden, obwohl sie heute schon weniger profitabel seien. 

Horváth & Partners hatte die Unterteilung der Finanzdienstleister anhand der Cost Income Ratios aus 2015 und 2016 vorgenommen. Die Banken in den jeweils unteren und oberen 40 Prozent galten als die Low- und Top Performer. 

«Ergebnis ist verblüffend»

«Dieses Ergebnis ist verblüffend. Eigentlich würde man ja glauben, dass die Low-Performer Nachholbedarf haben. Stattdessen sind sie bei Einsparungen zurückhaltender als die Top-Performer», sagte Marcus Dahmen, Leiter des Bereichs Banking Transformation bei Horváth & Partners, im Interview mit Bloomberg

Auch die Strategieberatung Oliver Wyman hatte zuvor in ihrem «Bankenreport Deutschland 2030» auf Probleme hingewiesen. Die deutschen Banken seien im internationalen Vergleich wenig profitabel.  Die Finanzbranche steht laut Horváth & Partners unter anderem deshalb unter Druck, weil immer mehr branchenfremde Unternehmen klassische Bankdienste übernehmen würden. Banken müssen daher deutlich effizienter werden, wenn sie am Markt bestehen bleiben wollen, lautet das Urteil. 

Zur Methodik: Die Studie wurde von Oktober bis Januar durchgeführt. Die Teilnehmer kamen zu 73 Prozent aus Deutschland und zu 16 Prozent aus der Schweiz. Der Rest stammte aus Österreich und Liechtenstein.

( bloomberg/ise/mbü)

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