Die Bestellungen bei Burckhardt Compression sind eingebrochen. Wann erwarten Sie eine Erholung?

Valentin Vogt: Wir gehen davon aus, dass der Bestellungseingang im laufenden Fiskaljahr 2010/11 steigen wird, und zwar sowohl im Neumaschinen- als auch im Services- und Komponentengeschäft.

Woher nehmen Sie die Zuversicht?

Vogt: Vor allem das Neumaschinengeschäft war letztes Jahr enttäuschend. Auf einem solchen Niveau sollte eigentlich die Talsohle des Bestellungseingangs durchschritten sein.

Wie ist denn derzeit die Visibilität?

Vogt: Im Service- und Komponentengeschäft hat sie sich deutlich verbessert. Die Nachfrage steigt. Anders sieht es im Neumaschinengeschäft aus. Dort folgen auf sehr gute Monate wieder schwache. Eine klare Linie ist noch nicht erkennbar.

Woher kommen die Bestellungen?

Vogt: Insbesondere aus Emerging Markets wie China, Indien, Brasilien oder Russland. Nach wie vor schwierig ist die Situation in Europa und den USA.

Wann wird sich Europa erholen?

Vogt: Wir werden wohl noch durch einige Wellentäler gehen, bevor das Geschäft anzieht. In den USA sieht es besser aus, dort dürfte es sich um Monate handeln.

Wie läuft das Geschäft in den einzelnen Einheiten?

Vogt: Die Entwicklung in den Sektoren ist sehr unterschiedlich. Das Geschäft mit Gastransport und Gaslagerung sieht eigentlich gut aus, insbesondere im Onshore-Bereich, wo wir Kompressoren für Entladeterminals verkaufen. Auch im Raffineriegeschäft läuft einiges. Während wir aus der Petrochemie letztes Jahr keine Grossbestellung für Hyperkompressoren erhalten haben, sieht es für dieses Jahr recht positiv aus. Weniger erfreulich ist die Entwicklung im Industriegasbereich sowie im Gastransport auf Schiffen. Dort bestehen noch Überkapazitäten, weshalb keine neuen Schiffe bestellt werden.

Wann erholt sich dieses Geschäft?

Vogt: Wir gehen davon aus, dass sich das Schiffgeschäft ab 2011 wieder beleben dürfte. Denn für viele Länder, insbesondere aus den Emerging Markets, wird Gas ein Teil der Lösung ihres steigenden Energiebedarfs sein.

Im laufenden Jahr erwarten Sie einen Rückgang der Ebit-Marge. Weshalb?

Vogt: Dies liegt primär am veränderten Produktemix und an der tieferen Auslastung als Folge des tieferen Neumaschinen-Bestellungseingangs. Dennoch haben wir für 2010/11 ein gutes Gefühl, denn wir haben mit dem Personalabbau wichtige Massnahmen vorweggenommen, die sich nun voll auszahlen sollten.

Welche Ebit-Marge streben Sie an?

Vogt: Unsere Guidance für nächstes Jahr lautet über 15%.

Ist ein weiterer Personalabbau geplant?

Vogt: Nein, denn wir gehen nicht davon aus, dass die Bestellungen auf Vorjahresniveau verharren werden.

Ein Grund für die hohe Marge war das Service-Geschäft. Werden Sie diesen Bereich ausbauen?

Vogt: Ja, dies entspricht unserer Strategie. Für die hohe Marge war neben unseren Kostensenkungsmassnahmen eine vorteilhafte Situation auf dem Beschaffungsmarkt verantwortlich.

Wie wirkt sich das US-Öl-Bohr-Moratorium auf Burckhardt aus?

Vogt: Wir sehen keine direkten Auswirkungen. Positiv ist wohl eher, dass nun im Öl- und Gasgeschäft vermehrt auf Qualität und Zuverlässigkeit geachtet werden dürfte, was uns sicherlich entgegenkommt.

Sie führen ein Aktienrückkaufprogramm fort, um Akquisitionen zu tätigen. Welchen Kauf planen Sie?

Vogt: Wir wollen das Komponentengeschäft stärken, welches im Verhältnis zum gesamten Geschäft eher klein ist. Zudem soll unser Produktportfolio im Neumaschinengeschäft erweitert werden.

Sie sind gleich weit wie letztes Jahr.

Vogt: Im Tiefpunkt verkauft niemand. Da sich die Lage nun positiv entwickelt, dürfte sich in den nächsten ein bis zwei Jahren sicherlich etwas tun. Im Moment haben wir kein Projekt, das in den nächsten zwei Monaten abgeschlossen werden wird.