Der Bahn sind bei der Erhöhung der Ticketpreise die Hände gebunden. Deshalb will der Verwaltungsratspräsident der SBB, Ulrich Gygi, neue Einnahmequellen erschliessen. Im Visier hat er Angebote für Geschäftsreisende. «Ich denke da beispielsweise an Sitzungen im Zug», sagt er im «Handelszeitung»-Interview. Weiter ist er überzeugt: «Im Bereich der neuen Absatzkanäle wie Internet oder Mobile Phone und in Sachen Loyalitätsprogramme sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.» Dass er Programme aus der Airlinewelt wie Miles&More kopieren will, ist kein Zufall. Es ist das Ziel der SBB, im Umkreis von 400 bis 600 km Flugpassagiere in Kooperation mit anderen Bahnen auf die Schiene zu bewegen. Auch die Spielräume bei der Preisgestaltung, etwa der Sparticket-Aktion, wollen die SBB weiter ausnutzen. «Wir planen eine zweite Welle von solchen Spartickets», erklärt Gygi. Trotz neuen Einnahmefeldern sei eine generelle Ticketpreiserhöhung per Ende 2010 gesetzt.

Weniger erfreulich als im Personenverkehr, wo die SBB auch dieses Jahr einen deutlichen Gewinn erzielen werden, sehe es bei SBB Cargo aus. Gygi: «Die Zahlen haben sich noch nicht verbessert.» Allerdings seien die Einbrüche von 20% im internationalen Geschäft und 10% im nationalen Geschäft deutlich geringer als bei der Konkurrenz. Nach wie vor wollen sich die SBB dieses Jahr auf einen Cargo-Partner festlegen. Im Vordergrund stehen nicht etwa die Deutschen oder Franzosen, sondern ein Schweizer, lässt Gygi durchblicken. «Eine noch weiter vertiefte Partnerschaft mit Hupac wäre wünschbar», sagt er.