In der Finanzkrise endete beinahe eine neunzigjährige Unternehmensgeschichte. Die American International Group - kurz AIG – stand am Abgrund. Nur dank einer Multimilliarden-Finanzspritze des Staates konnte der Versicherer überleben. Kurze Zeit später wurde ein neuer Chef eingesetzt: Robert «Bob» Benmosche.

Der Mann aus Brooklyn wuchs in einfachen Verhältnissen in einer jüdischen Familie auf, die ein Motel führte. Als studierter Mathematiker stieg er in die Versicherungsbranche ein und machte dort eine steile Karriere. Sieben Jahre lange sass er beispielsweise auch im Verwaltungsrat der Credit Suisse. Im August 2009 wurde er dann als Retter zum neuen Konzernchef von AIG ernannt.

Benmosche: «Gute Nachricht ist, dass ich mich in Ordnung fühle»

Doch wenige Monate nach seinem Amtsantritt kam eine Schocknachricht. Dem Mann, der AIG wieder auf Vordermann bringen sollte, wurde Krebs diagnostiziert. «Die gute Nachricht ist, dass ich mich in Ordnung fühle, und nach meinem normalen Terminplan weiterarbeite», sagte Benmosche im Herbst 2010. Später gab er noch mehr Entwarnung. «Ich habe von meinen Ärzten eine ermutigende Prognose erhalten», sagte er im Januar 2011 – und arbeitete weiter.

Doch wie so oft bei der heimtückischen Krankheit, lässt sich das Glück manchmal nicht unendlich herausfordern. Im Mai 2014 gab Benmosche seinen Rücktritt bei AIG. Nun gestand er der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass er damals die Diagnose bekommen habe, nur noch neun Monate bis maximal ein Jahr zu leben. «Ich wollte das Schicksal nicht zu sehr herausfordern.»

Vor dem Tod hat er keine Angst

Benmosche erzählte Bloomberg weiter, dass er daraufhin sich mit seiner Mutter besprochen habe. Sie habe gesagt: «Warte nicht zu lange. Lebe noch so lange du leben kannst.» Das mache er nun. Vor dem Tod habe er keine Angst, so Benmosche weiter. Schliesslich lerne man in der Versicherungsbranche eines: dass jeder einmal sterbe.

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