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SIX-Präsident
«Haben keinen Restrukturierungsfall verkauft»

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Six in Zürich: Was bedeutet der Verkauf der Payment-Sparte an Worldline?Quelle: Keystone

Romeo Lacher, Präsident des Finanzdienstleisters SIX, erklärt, wie es nach dem Milliarden-Verkauf nach Frankreich weitergeht.

Von Sven Millischer
am 16.05.2018

Romeo Lacher, Präsident des Finanzinfrastruktur-Dienstleisters SIX äussert sich erstmals im Gespräch mit der « Handelszeitung» ausführlich zum Verkauf der Zahlungssparte SIX Payments an die französische Worldline für 2,75 Milliarden Franken.

Die Partnerschaft habe ein klares Ziel und das heisse Wachstum, sagt Lacher: «Uns geht es nicht darum, Synergien zu erzielen, indem wir einfach die Hälfte der Belegschaft entlassen.» Man habe keinen Restrukturierungsfall verkauft. Jobgarantien für die 1300 Mitarbeitenden der SIX Payments hat der Präsident des Finanzinfrastruktur-Dienstleisters von den Franzosen allerdings keine erhalten. Worldline verspricht sich, durch die Akquisition Synergien in der Höhe von 110 Millionen Euro schöpfen zu können.

«Natürlich gibt es bei einer Transaktion dieser Grösse an einzelnen Orten Überlappungen. Das lässt sich kaum vermeiden», sagt Lacher und betont gleichzeitig, man habe «ein klares Commitment, dass unsere Leute übernommen werden». Worldline habe im letzten Jahr eine Rekrutierungsoffensive über rund 1500 Stellen lanciert, die in den nächsten zwei Jahren besetzt werden sollen.

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Romeo Lacher
SIX-Präsident Romeo Lacher: «Natürlich gibt es an einzelnen Orten Überlappungen.»
Quelle: Keystone .

Sachliche Ausschüttungsfrage

Der Kaufpreis von 2,75 Milliarden Franken setzt sich aus einem Aktienpaket an Worldline im Anteil von 27 Prozent und einer Barkomponente von 338 Millionen Franken zusammen. Ob der Cash-Anteil an die SIX-Aktionäre ausgeschüttet werde, sei noch nicht entschieden, sagt Lacher: «Jetzt haben wir alles auf dem Tisch: Die Strategie, die Dividendenpolitik und der Baranteil der Transaktion. Der Verwaltungsrat kann nun die Ausschüttungsfrage sachlich diskutieren.»

Gleichzeitig betont der SIX-Präsident, dass man langfristig in Wordline investiert bleiben wolle. «Wir werden in den nächsten Jahren sicher nicht verkaufen wollen, denn wir glauben an den Wertzuwachs. Es gibt in diesem Markt attraktive Dynamiken, da drängt sich ein rascher Exit nicht auf», so der SIX-Präsident. Der elektronische Zahlungsverkehr wachse mit rund 6 bis 10 Prozent pro Jahr.

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