Gute Nachrichten aus Arbon: Der von der Krise hart getroffene Bauausrüster Arbonia Forster (AFG) schliesst das 2. Halbjahr 2009 besser ab als das erste. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», sagt AFG-Finanzchef Felix Bodmer im Gespräch mit der «Handelszeitung». «Wir konnten die Kosten deutlich senken, etwa durch Personalkürzungen und Reduktionen bei den Materialpreisen.» Auch die Verschuldung habe AFG reduziert. «Die Lagerbestände sind weitgehend abgebaut. Nun arbeiten wir daran, die Zahlungskonditionen auf der Lieferantenseite denjenigen der Kundenseite anzugleichen», sagt Bodmer.

2010: Langsame Erholung

Der Konzern hatte im 1. Halbjahr einen Umsatzrückgang von 16,4% auf 626,3 Mio Fr. hinnehmen müssen. Auf Stufe Betriebsgewinn (Ebit) rutschte AFG nach einem massiven Goodwill-Abschreiber auf die 2007 zugekaufte britische Aqualux in die roten Zahlen (-11,9 Mio Fr.). Der Reinverlust betrug -23,2 Mio Fr. Dass AFG das Gesamtjahr profitabel abschliesst, ist unwahrscheinlich. Auf Stufe Ebit sind dagegen schwarze Zahlen wahrscheinlich. Grosse Abschreiber stellt Bodmer für das 2. Halbjahr jedenfalls nicht in Aussicht.

Für 2010 gibt sich der Finanzchef vorsichtig zuversichtlich. «Die Bausparten - also Heiztechnik und Sanitär, Küchen und Kühlen, Fenster und Türen - haben sich in unseren Hauptmärkten Schweiz und Deutschland ganz gut gehalten.» Weil das Geschäft zu zwei Dritteln vom Renovationsmarkt abhänge, könne der erwartete Rückgang bei den Neubauaktivitäten wohl verkraftet werden. Zudem lässt Bodmer anklingen, dass die Bausparten mit Partnern zusammenspannen könnten.

Anzeige

Auf weiterhin tiefem Niveau agieren dagegen die Industriesparten, die in die Druckerei-, die Maschinen- und in die Autoindustrie liefern. Ein Verkauf ist jedoch zurzeit kein Thema. «Zunächst müssen wieder solide Erträge erzielt werden», meint Bodmer.

Bald kommt die Einheitsaktie

An der nächsten AFG-Generalversammlung vom 16. April 2010 will der Konzern die Einheitsaktie einführen - heute existieren zwei Linien. Den Entscheid dazu hatte der Verwaltungsrat Ende Oktober kommuniziert. Die Einheitsaktie hat Auswirkungen auf AFG-VR-Präsident und -CEO Edgar Oehler: Seine Stimmrechtsanteile (56,4%) werden sich auf seinen Kapitalanteil (rund 20%) reduzieren. Dass AFG gleichzeitig eine weitere Kapitalerhöhung beantragt, hält Bodmer aus Unternehmenssicht für unwahrscheinlich.

An der GV dürften die Investoren auch Informationen zur Nachfolgeregelung erhalten: Oehler will sich ganz aufs Verwaltungsratspräsidium konzentrieren. Die Suche nach geeigneten Kandidaten habe begonnen, bestätigt Bodmer.