Die Aktien rauschten gestern innert weniger Minuten von 630 auf 688 Pence hoch – ein Plus von mehr als 9 Prozent. Hinter dem Kursfeuerwerk stand keine positive Unternehmensnachricht. Schuld war eine Unachtsamkeit eines Börsenhändlers. Er hatte offenbar fälschlicherweise einen grossen Kaufauftrag für die Papiere der britischen Grossbank HSBC ausgelöst. «Fat finger trade» nennen die britischen Finanzleute so etwas, weil man sich mit dicken Fingern eben gerne vertippt.

Weil die hohe Nachfrage derart schnell auf den Markt traf, sprangen die Aktien derat schnell nach oben. Sogar der britische Leitindex FTSE 100 bewegte sich dadurch nach oben. Denn HSBC ist mit einem Gewicht von 7,5 Prozent die schwerste Aktie im Londoner Börsenbarometer. Der Handel in den Aktien der Grossbank wurde wegen der Kursexplosion kurz unterbrochen.

Transaktion wird nicht storniert

Später sackte der Preis wieder auf 630 Pence ab. Wie ein Sprecher der Londoner Börse der Zeitung «The Independent» erklärte, bleibe die Transaktion aber gültig. Wie das Blatt ausrechnete, kostete der Fehler die unbekannte Bank des Händlers rund 400'000 Pfund oder umgerechnet fast 600'000 Franken.

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Ähnliches war der UBS letztes Jahr in Australien passiert. Bei der Eingabe ins Handelssystem verrutschte der Händler um zwei Stellen. Statt einer Limite von 16.50 Dollar gab er 0,1650 Dollar ein. Der Kurs fiel daraufhin um 99 Prozent. Später sprach Australiens Finanzaufsicht eine Strafe gegen die Schweizer Grossbank aus.