Während im September die Detailhandelsumsätze noch um 8,2% angestiegen sind, zücken Schweizer Konsumenten fünf Wochen vor Weihnachten das Portemonnaie nicht mehr so locker. Recherchen der «Handelszeitung» zeigen: Die Kunden greifen weniger häufig zu Premiumwaren und legen stattdessen lieber günstige Billigprodukte in den Einkaufskorb. Migros-Sprecherin Monika Weibel bestätigt, dass es im Hochpreis-segment weniger gut läuft. Darunter fällt etwa die Premiumlinie Sélection.

Um sich im Wettbewerb mit Harddiscounter Aldi zu behaupten, geben Migros und Coop jetzt Gegensteuer. «Wir haben die Preise gerade nochmals gesenkt», heisst es bei der Migros. Das Ziel ist, mit M-Budget mindestens eine «Preisparität» zum Discounter aufrechtzuerhalten. Zudem könnte die M-Budget-Linie jederzeit ausgebaut werden. Ähnliches lässt Coop zu ihrer Billiglinie Prix Garantie verlauten.

Dass sich die Detailhändler gegen die Rezession wapp- nen müssen, ist für Thomas Hochreutener vom Marktforschungsinstitut IHA-GfK klar, denn: «Ab 2009 dürften gewisse Bereiche von den Einbrüchen betroffen sein.» Vor allem Luxussegmente würden leiden.

Um Kosten zu senken, gibt Migros auch intern Gas. Dieter Berninghaus, Leiter des Departements Handel bei Migros, will bei der Beschaffung Kosten sparen: «Es geht nicht an, dass wir auf dem nationalen Markt der zuliefernden Industrie mehr bezahlen müssen als Aldi und Lidl», sagt er im Interview mit der «Handelszeitung». Bei der Beschaffung werde es für Migros wichtiger, sich international Rechte beispielsweise am Fischfang und an Ernten zu sichern.

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