Die Schweizer Börse SIX hat die Aktien des angeschlagenen Batterienherstellers Leclanché bis auf Weiteres vom Handel ausgesetzt. Das gab die SIX am Montagnachmittag bekannt. Derweil ist bekannt geworden, dass es am Standort von Leclanché in der Waadt zu einer Explosion mit einem anschliessendem Brand gekommen ist. Die Gründe für die Aussetzung vom Handel dürfe die SIX nicht nennen, sagte ein Sprecher der Börse der Nachrichtenagentur SDA.

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Am Montagnachmittag wurde derweil bekannt, dass es in der Fabrik von Leclanché in Yverdon-les-Bains gebrannt hat. Der Grund dafür sei die Explosion einer oder mehrerer Lithium-Batterien gewesen, liess die Waadtländer Kantonspolizei verlauten. Leclanché musste den Betrieb der Fabrik einstellen.

Explosion eines Batteriesystems

Der Brand sei um 11.30 Uhr ausgebrochen und konnte bis um 13.30 Uhr gelöscht werden, teilt Leclanché nun am Montagabend mit. Ausgelöst habe die Explosion ein Batteriesystem einer Drittpartei in der Lobby des Geschäftsgebäudes.

Das Produktionsgebäude sei den Angaben der Feuerwehr zufolge unbeschadet geblieben. Die Produktion könne in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden. Leclanché sei nun daran, den Plan für den Übergangsbetrieb umzusetzen.

Betroffen waren neben dem Personal von Leclanché auch Schulkinder und Mitarbeitende einer Schule in einem angrenzenden Gebäude sowie die Angestellten einer weiteren Firma. Rund 50 Personen wurden gemäss Polizeiangaben von den Sanitätsteams betreut und medizinischen Kontrollen unterzogen.

13 Personen wurden zur Kontrolle ins Spital gebracht, darunter ein Feuerwehrmann, der beim Einsatz einen Stromschlag erlitten hatte. Es gebe keine Hinweise auf eine Umweltvergiftung oder -verschmutzung des Brandortes aufgrund der Explosion.

Die Aktien von Leclanché sind am Montag mit Abgaben in die Börsenwoche gestartet und haben bis zum Zeitpunkt der Handelsaussetzung bei ziemlich hohen umgesetzten Volumen 2,4 Prozent auf 2,41 Franken verloren.

Kapitalbeschaffung nach Verlusten

Das Unternehmen arbeitet derzeit daran, sich mit frischem Kapital einzudecken. Im April war etwa bekannt geworden, dass Leclanché eine Kapitalspritze von Baring Asset Management erhält. Das Investment ist Teil einer grösseren, für dieses Jahr geplanten Kapitalbeschaffung, einschliesslich einer gezielten privaten Einbringung von 7 Millionen Franken und einer strategischen Allianz mit einem asiatischen Industriepartner.

Das Westschweizer Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste. 2016 weitete sich der Reinverlust gegenüber 2015 um knapp 2 Millionen auf 37,2 Millionen Franken aus, wie das Unternehmen Anfang April mitgeteilt hatte.

Leclanché sieht sich aber auf dem Weg der Besserung. So stieg der Umsatz 2016 um über die Hälfte auf 28 Millionen Franken. Schwarze Zahlen auf Stufe Ebitda sollen im 2018 erreicht werden.

(sda/chb)