1. Wie beurteilen Sie das Nutzfahrzeugjahr 2003 allgemein und für Ihre Marke?

Der Nutzfahrzeugmarkt war 2003 in Europa und in der Schweiz im Krebsgang. Dennoch hatte DAF Trucks Grund zum Feiern: Einerseits war 2003 das Jahr des 75-Jahr-Jubiläums von DAF, anderseits konnte DAF Trucks den europäischen Marktanteil und die Produktionszahlen steigern. Beides sind gute Gründe, welche uns nicht nur zurück, sondern vor allem positiv in die Zukunft blicken lassen.

Wir haben beim Gesamtmarkt ab 6 t Gesamtgewicht einen Rückgang erwartet. Auch für unsere Marke resultierte ein Minus bei den Verkaufszahlen, die jedoch mit 11,7% nahe beim Gesamtmarkt-Rückgang liegen. Wir konnten allerdings trotz fehlender Grossflotten-Geschäfte unser Marktvolumen leicht ausbauen.

Die Gesamtnachfrage nach neuen Nutzfahrzeugen ist im zweiten Jahr in Folge nochmals deutlich zurückgegangen, bei Lieferwagen um 14%, bei Lastwagen um 17%. Besonders betroffen bei den Lastwagen war wiederum der Baustellenbereich mit einem Rückgang von rund 29%, während die leichten und mittleren LKW unter 16 t nur um 8% zurückgingen. Mercedes konnte sowohl bei den Transportern als auch bei den Schwerlastwagen deutliche Marktanteilsgewinne verbuchen. Die im Jahr 2003 neu im Markt eingeführten Vito/Viano in der Transporterklasse und der neue Actros in der schweren Klasse haben zu einer erfreulichen Belebung der Bestelleingänge geführt.

Renault Trucks Schweiz war im 2003 in der Lage, in etwa die gleichen Volumen wie im Jahr 2002 zu realisieren. Insgesamt aber sind wir mit dem vergangenen Jahr nicht zufrieden.

Leider hat das Jahr 2003 den negativen Trend des Vorjahres weiter fortgesetzt. Die Hoffnungen auf ein besseres Verkaufsergebnis gegenüber 2002 haben sich nicht erfüllt. Gründe für das schlechtere Abschneiden waren unter anderem die schwache Konjunktur und das Warten der Kunden auf Euro 4. Insbesondere der heisse Sommer hinterliess Spuren bis in den Herbst. Erst ab Oktober haben wir ein Anziehen der Nachfrage verspürt.

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Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen war im Jahr 2003 natürlich enttäuschend, der Markt hat stark nachgelassen. Wir sind in einzelnen Segmenten trotzdem stärker geworden, in anderen haben auch wir nachgelassen.

Der Gesamtmarkt für mittlere und schwere Lastwagen ist 2003 weiter eingebrochen. Die Volvo Trucks (Schweiz) AG konnte aber dank dem Feldschlösschen-Geschäft ihren Marktanteil sichern und ihren Platz als Nummer zwei behaupten. Ausserdem konnten wir unsere führende Stellung als grösster Dienstleistungsanbieter für Komplettlösungen weiter ausbauen.

2. Welches Absatzziel haben Sie sich für 2004 gesetzt? sadfsadfasdfasdfasdfasdfasdfsadfasdfasdfasdfasdfas

Mit unseren Händlern, aber auch mit einigen Kunden wurden das vergangene Jahr, die aktuelle Situation und die kommende Zeit analysiert und besprochen. Aufgrund dieser Erkenntnisse sowie mit den Informationen der zentralen Marktforschung sind unter anderem die Absatzziele definiert worden und der Frontorganisation vorgegeben.

Bei einem geschätzten Gesamtauftragseingang ab 6 t von rund 2900 Fahrzeugen haben wir für MAN ein Absatzziel von 550 Einheiten gesetzt.

Trotz positiverer Wirtschaftsaussichten rechnen wir im Jahr 2004 noch nicht mit einer spürbaren Belebung des Transporter- und Lastwagenmarktes. Bei Transportern ist eine leichte Erholung wahrscheinlich. Bei den LKW hängt eine Prognose neben konjunkturellen Faktoren massgeblich von der Ausgestaltung der LSVA ab 2005 ab. Der Konzentrationsprozess im Transportbereich, die Unsicherheiten im Vorfeld der Einführung der Euro-4-Norm im Jahr 2005 und der damit verbundenen Erhöhung der Schwerverkehrsabgabe werden sich dämpfend auf die Nachfrage auswirken. Bei Mercedes erwarten wir mit neuen Modellen eine moderate Steigerung der Marktanteile im Segment der leichten Transporter und eine deutliche Verbesserung im Segment der Schwerlastwagen. Insgesamt liegen unsere Absatzziele bei rund 4100 Transportern und 950 Lastwagen.

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Wir erhoffen uns deutlich höhere Volumen. Neue Produkte und neue, sehr interessante Instrumente für unsere Kunden werden uns dabei helfen. Wir zielen aber auf ganz bestimmte Segmente und werden unsere Kraft auch dort einsetzen.

Für 2004 erwarten wir eine Belebung des Marktes und damit ein deutlich besseres Abschneiden wie im Jahr 2003. Die Anzeichen für einen Wirtschaftsaufschwung mehren sich auch im Transportgewerbe, und die Einführung der neuen Euro-4-Motorengeneration sollte den lange erwarteten Umschwung bringen.

Wir wollen bei den Transportern, insbesondere in der 3,5-t-Klasse, zulegen und an unsere grosse Tradition in diesem Segment anknüpfen. Die Marktnachfrage nach 3,5-Tönnern wird sich vermutlich auf dem Niveau 2003 einpendeln. Bei den schweren Fahrzeugen steht uns mit der Baureihe Stralis eine komplett neue, topmoderne Fahrzeugpalette zur Verfügung, mit der wir echt vorwärts kommen werden. Für den Markt der Schweren rechnen wir mit einer Erholung gegenüber 2003.

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Wir wollen in diesem Jahr unseren Marktanteil von 20% halten.

3. In welchen Branchen erwarten Sie am ehesten ein Anziehen der Nachfrage nach neuen Nutzfahrzeugen?

Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft, insbesondere die Exportwirtschaft, zunehmend erholen und positiv entwickeln wird. Parallel mit dieser Entwicklung werden die Transportaufträge anziehen. Verglichen mit Europa hat die Schweiz Potenzial im Schleppermarkt. Ein Markt, in dem DAF Trucks dem Transportunternehmer interessante Modelle anbieten kann, die den Fahrkilometer zum Renditekilometer werden lassen.

Vor allem im Fernverkehr erwarten wir ein Anziehen der Nachfrage nach neuen Fahrzeugen.

Im nationaler Verteilerverkehr, in der Food-Logistik und bei den Grossflotten ist mit einem Anziehen der Nachfrage zu rechnen.

Da wir jedes Segment als Full-Range-Anbieter abdecken können, sind wir weniger verwundbar, wenn es um einzelne Segmente geht. Wir verspüren zurzeit ein Anziehen in allen Segmenten.

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Im laufenden Jahr rechnen wir vor allem mit einer verbesserten Nachfrage im Langstrecken- und Verteilerbereich. Im Kommunalbereich und im Baubereich sind die Signale derzeit noch schwach. Wir gehen davon aus, dass es hier mindestens bis Ende Jahr dauern wird, bis wir die entsprechend starke Nachfrage feststellen werden.

Wenn die Unternehmer die Zukunft ihrer Geschäfte zuversichtlich beurteilen, werden sie investieren. Wir rechnen speziell bei den schweren Strassenfahrzeugen mit einer Erholung der Marktnachfrage, denn in diesem Bereich war die Zurückhaltung im Jahr 2003 deutlich zu spüren.

Es gibt in allen Branchen noch zahlreiche Euro-0- und Euro-1-Fahrzeuge, die irgendwann ausgetauscht werden müssen. Am grössten ist das Potenzial in unseren Augen im regionalen Verteilerverkehr und im nationalen Verkehr.

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4. Rechnen Sie 2004 mit einem Vorziehen der Käufe neuer Nutzfahrzeuge im Hinblick auf die erneute Erhöhung der LSVA ab 2005?

Ganz klar nimmt der Druck zu, ältere Fahrzeuge durch neue, umweltfreundlichere Typen zu ersetzen. Allerdings gehen wir nicht von einer Entwicklung wie im Jahr 2000 aus. Die bislang ausstehende definitive Neuklassifizierung der LSVA-Kategorien in Bezug auf Euro 4 und 5 hat zudem einen entscheidenden Einfluss auf Kaufentscheide und ist daher dringend.

Die Einführung von Euro 4, die ja auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung der LSVA ab 2005 haben wird, könnte die Nachfrage beleben.

Die Kaufentscheidung unserer Kunden ist im Wesentlichen von der Entscheidung des Bundesrates betreffend Euro-4-Einstufung abhängig. Verbleibt Euro 3 in der günstigsten Abgabeklasse, könnte dies zu einer Nachfragebelebung führen. Wird Euro 3 hingegen in die mittlere Abgabeklasse eingestuft, so werden die Kunden auf Euro-4-Fahrzeuge warten. In diesem Fall ist mit einem nochmaligen deutlichen Rückgang der Gesamtnachfrage zu rechnen.

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Die bereits lancierte Diskussion über Euro-4- und -5-Lösungen ist unüberlegt und sehr kontraproduktiv. Dies insbesondere, da weder Normen, Lösungskosten pro Motor noch die notwendige Infrastruktur kurzfristig verfügbar sein werden. Das Vorziehen oder das Abwarten der Kunden ist abhängig von der Kommunikation der Hersteller in dieser Angelegenheit. Sobald wir gesicherte Fakten haben und Kostenberechnungen für unsere Kunden erstellen können, werden wir ebenfalls offensiv informieren.

Sicherlich werden einige Kunden wegen der neuen LSVA geplante Investitionen vorziehen. Wir gehen aber davon aus, dass dies sicherlich nicht mehr im gleichen Umfange geschehen wird wie in den Jahren 2000 und 2001. Viele Transporteure verfügen heute über einen modernen Fuhrpark, vor allem auch mit Euro-3-Fahrzeugen. Die zusätzlichen Impulse beurteilen wir zwar positiv, mengenmässig erwarten wir die Nachfrage aber eher im Jahr 2005.

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Die Zeitfenster der Einführung der LSVA-Stufen erlauben verschiedene Betrachtungsweisen. Die Unternehmer verfügen aber jetzt über moderne Fahrzeuge, sodass wir nicht mit einer Welle an Vorziehkäufen rechnen.

Im Moment herrscht bei unseren Kunden noch eine grosse Unsicherheit, weil der Bund noch nicht festgelegt hat, ob Euro 3 und Euro 4 in der selben Besteuerungsklasse sein werden oder nicht. Davon hängt letztendlich der ideale Zeitpunkt für den Kauf eines neuen Euro-4-Lastwagens ab.


Martin Abegglen, DAF Trucks (Schweiz).

Rudolf Rockenschaub, MAN Nutzfahrzeuge (Schweiz) AG.

Paul Grossenbacher, DaimlerChrysler (Schweiz) AG.

Thomas Maurer, Renault Trucks (Schweiz) AG.

Dieter Merz, Scania Truck AG.

Romano Spadaro, Iveco (Schweiz) AG.

Jürg Hörzer, Volvo Trucks (Schweiz) AG.