Zwei Tage lang sassen der neue Verwaltungsrat von Mobilezone und die Geschäftsleitung beisammen. Traktandiert war die künftige Strategie der Handykette. Am ersten Tag hatten die Mobilezone-Verantwortlichen dann aber vor allem einmal zugehört: Dem Vernehmen nach waren Vertreter von acht wichtigen Marktteilnehmern der Branche anwesend. Exponenten von Swisscom, Orange und Sunrise, Repräsentanten der Handyhersteller sowie Vertreter von IT-Firmen sollen dabei ihre Sicht zu aktuellen Entwicklungen auf den Telekommunikationsmarkt dargelegt haben.

Am zweiten Tag dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Wichtigste Erkenntnis aus der Strategietagung: Die bisherige Stossrichtung wird beibehalten. Das neueste Geschäftsfeld, die Aktivitäten im Geschäftskundenbereich, soll jedoch markant ausgebaut werden. Urs Fischer, VR-Präsident von Mobilezone, erklärt: «Wir wollen uns mit den Businesskunden ein zweites Standbein aufbauen.» Ziel sei es, dereinst im Geschäftskundenbereich einen Marktanteil zwischen 25 und 30% zu erreichen - und damit ähnlich erfolgreich zu werden wie im Geschäft mit Privatkunden.

30 Mitarbeiter reichen nicht

Dies bedingt, dass Mobilezone fürs B2B-Geschäft das Vertriebsnetz mit Aussendienstmitarbeitern stark ausbauen muss. Gemäss Fischer arbeiten im Bereich «Mobilezone Business» derzeit rund 30 Angestellte. «Das reicht sicher nicht, um unsere Ziele zu erreichen», so Fischer. Wie viele neue Jobs bis wann geschaffen werden, stehe noch nicht fest: «Diese Detailplanung folgt erst noch.» Klar ist, dass es mehrere Dutzend neue Mitarbeiter braucht, damit Firmenkunden vor Ort betreut werden können. Mobilezones grösster Trumpf beim Kampf um die Geschäftskunden ist die Unabhängigkeit. In den Shops der Anbieter wie Swisscom werden naturgemäss nur die eigenen Produkte verkauft.

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Entschieden ist zudem, dass auch der Businesskundenbereich vom heutigen Mobilezone-Chef Martin Lehmann geführt werden wird. «Wir wollen schlank organisiert bleiben», sagt Fischer.

Neben dem Fokus aufs Geschäft mit den Businesskunden haben die Mobilezone-Verwaltungsräte auch den Ausbau des Online-Shops abgesegnet. In wenigen Monaten sollen Privatkunden im Internet ihre Verträge erneuern und gleich auch noch ein neues Handy aussuchen können. «Privatkunden bleiben trotz diesem Entscheid, den B2B-Bereich zu stärken, unser Kerngeschäft», erklärt Fischer.

Mit diesen Entscheiden hat der Verwaltungsrat, der auf Pochen des Mobilezone-Aktionärs Martin Ebner diesen Frühling verjüngt wurde, gezeigt, dass auch mit den neuen Köpfen im Aufsichtsgremium kein radikaler Umbau ansteht. Vielmehr setzt man auf eine logische Weiterführung des Bisherigen.