Handystrahlen sind ungefährlich - das ist zumindest der einhellige Wortlaut der Mobilfunkanbieter. Eine vom «Beobachter» in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass die Anbieter hierbei in erster Linie auf die Verjährung setzen. Denn nach heutiger Rechtslage haften Unternehmen nicht mehr, wenn nach dem schädigenden Ereignis mehr als zehn Jahre verstreichen seien. «Schadenersatzansprüche können also verjähren, bevor der Schaden überhaupt eingetreten ist.»

Zwei vom «Beobachter» beauftragte Haftpflichtanwälte wollten von Swisscom, Sunrise und Orange wissen, ob sie einen Verjährungsverzicht abgeben könnten - Resultat negativ. Die Anbieter beriefen sich darauf, gesetzliche Bestimmungen und Grenzwerte einzuhalten. Gar nicht geantwortet hätten die Hersteller wie Motorola, Apple oder Samsung.

«Zwar will der Bundesrat die Verjährungsfrist auf 30 Jahre verlängern», heisst es im Bericht weiter - doch auch das reiche nicht immer, wie ein Blick auf das Thema Asbest beweise. Anders sieht die Situation in Deutschland und Österreich aus: Dort beginne die Verjährung erst zu laufen, wenn der Schaden bemerkt werde, so der «Beobachter».

(vst/tno)

«Feige Mobilfunkanbieter» (Beobachter Online)

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