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Harry Hohmeister: «99-Euro-Angebote sind unrealistisch»

Swiss-Chef Harry Hohmeister. (Bild: Keystone)

Swiss-Chef Harry Hohmeister rechnet trotz kürzlich erhöhter Treibstoffgebühren mit weiterhin steigenden Preisen.

Veröffentlicht am 03.06.2012

Die jetzigen Treibstoffzuschläge würden die Kosten «bei weitem nicht» decken. Swiss-Chef Harry Hohmeister spricht in der Zeitung Der Sonntag bloss von einem «Zwischenschritt», zu dem man gezwungen war. „Aber auf den Kurzstrecken liegen wir beim Preisniveau immer noch deutlich im untersten Bereich. Im Europaverkehr gibt es heute noch 99-Euro-Angebote. Solche Preise sind vollkommen unrealistisch und werden sich auch nicht mehr lange halten können“, sagt Hohmeister.

Beim Preisverhalten der anderen Airlines macht er eine leichte Trendwende aus. „Ich glaube, diese Seite wird sich stabilisieren, damit die Renditen nicht weiter ins Bodenlose fallen. Wenn man sich die Quartalsberichte der Low-Cost-Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair anschaut, darf man heute zudem sagen, dass das Modell Low Cost nicht mehr wirklich funktioniert. Dass man im ersten Quartal selber in die roten Zahlen gerutscht sei, überrascht ihn nicht. «Die Airline-Branche musste in den letzten drei Jahren eine enorme Mehrbelastung verkraften, ohne dass man diese am Markt weitergeben konnte.» Er habe deswegen schon Anfang Jahr gesagt, dass man reagieren müsse. «Wenn ich an der Tankstelle tanke, zahle ich für eine Fahrt von 1000 Kilometern auch 100 Franken mehr. Warum sollte das beim Fliegen nicht der Fall sein?»

In Bezug auf das Sparprogramm Score der Lufthansa gibt Hohmeister leichte Entwarnung: „Den Big Bang wird es nicht geben.“ Es sei möglich, dass es zu Umpositionierungen komme. Aber Entlassungen im grösseren Rahmen sollte es bei der Swiss nicht geben. Deshalb sucht Hohmeister andere Lösungen: «Würden wir langsamer fliegen, könnten wir zwar Sprit sparen, aber der ganze Flugplan würde durcheinander geraten. Das ist nachteilig. Aber wir machen uns solche und andere Überlegungen.» Zudem rechnet er angesichts der Überkapazitäten im Markt mit Pleiten von Konkurrenz-Airlines: „Besonders für Fluggesellschaften mit weniger als 10 Millionen Passagieren wird dieses Jahr schwierig. Ich erwarte, dass leider die eine oder andere Airline die Segel streichen muss.

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