Die Signale sind deutlich, welche uns derzeit aus dem Transportgewerbe erreichen. Die rückläufige Konjunkturentwicklung hat zum Teil gravierende Folgen für den Gütertransport, und zwar auf der Schiene, auf der Strasse und im Luftverkehr. Die zu transportierenden Tonnagen gehen stetig zurück. Die Folgen sind schlechter ausgelastete Güterwagen und Nutzfahrzeuge oder gar stillgelegte Fahrzeuge. Damit einher läuft ein harter Preiswettbewerb auf allen Verkehrswegen. Sowohl die Strasse wie die Schiene weisen derzeit Einbrüche beim Transportvolumen von 15 bis 25% auf. Die Operateure im Schienengüterverkehr wie auch das Strassentransportgewerbe kämpfen derzeit um den Erhalt ihres Kundenstammes. Die Hupac AG, Operateurin im Kombinierten Verkehr, hat zusammen mit den Bahnen ein Konjunkturprogramm gegen die Rückverlagerung von Transporten auf die Strasse aufgelegt. Auf verschiedenen Kernrelationen soll ein befristeter Konjunkturrabatt gewährt werden. Ebenso kann der Kunde im Strassenverkehr mit einem Entgegenkommen des Transporteurs rechnen.

Das rückläufige Verkehrsvolumen hat aber auch Auswirkungen über das Gewerbe hinaus. Wird weniger transportiert, fliessen dem Bund auch weniger Einnahmen aus der LSVA, der Mineralölsteuer sowie von weiteren Abgaben aus dem Strassenverkehr zu. Letzterer kann mit Fug und Recht als Milchkuh der Bundeskasse bezeichnet werden. Einnahmen notabene, welche nur zu einem geringen Teil wieder dem Strassenverkehr zufliessen, vielmehr aber zur Finanzierung von Projekten im öffentlichen Verkehr und bei den Bahnen eingesetzt werden. Astag-Präsident Adrian Amstutz wies in seinem Referat am Transporttag von Euroforum Schweiz darauf hin, dass es geradezu paradox sei, wenn immer weniger Verkehr auf der Strasse gefordert werde, bei einem Rückgang des Verkehrs jedoch sofort gejammert werde, dass der Bund zu wenig Einnahmen (aus dem Strassenverkehr) erhalte.

Tatsache ist, dass die geringeren Einnahmen des Bundes aus dem Strassenverkehr Auswirkungen auf die zukünftigen Projekte im Ausbau der Verkehrswege in der Schweiz haben werden. Ständerat Rolf Büttiker wies an der GV des Swiss Shippers Council (SSC) darauf hin, dass eine Schrumpfung des Fonds für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (FinöV) nicht auszuschliessen sei. Dass unser Verkehrsnetz weiter ausgebaut werden muss, ist unbestritten. Das Tempo dabei dürfte sich - parallel zur Konjunkturentwicklung - jedoch verlangsamen.

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