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Rüstungsdeal
Hausdurchsuchungen bei der Ruag

Die Büros des bundeseigenen Rüstungsbetriebs wurden heute Morgen durchsucht.

Die Bundesanwaltschaft hat heute Hausdurchsuchungen bei der Ruag durchgeführt. Es geht um Rüstungsgeschäfte mit Russland.

Von Sven Millischer
am 22.03.2018

Die Bundesanwaltschaft BA hat heute Donnerstag morgen Hausdurchsuchungen bei der Ruag, dem Rüstungskonzern des Bundes durchgeführt. Die Bundesanwaltschaft bestätigt gegenüber der «Handelszeitung» die Ermittlungshandlungen. «Es kam zu Hausdurchsuchungen, es wurden verschiedene Informationen und Datenträger sichergestellt», sagt BA-Informationschef André Marty.

Den Hausdurchsuchungen bei der Ruag ging eine Strafanzeige des Rüstungs- und Technologiekonzerns voraus. «Die BA hat in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren eröffnet wegen Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz, ungetreue Geschäftsbesorgung, evtl. ungetreue Amtsführung», sagt BA-Sprecher Marty.

Die Ruag erklärt auf Anfrage: «Nachdem Ruag durch einen Whistleblower Kenntnis von Vorwürfen erlangt hat, hat Ruag sogleich interne Untersuchungen eingeleitet und umgehend bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gestellt.» Man kooperiere vollumfänglich mit der Behörde.

Waffen für Putins Leibgarde

Recherchen der «Handelszeitung» zeigen: Hintergrund der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bei der RUAG sind Rüstungsgeschäfte mit Russland. Ein Kadermann der Munitionsdivision Ammotec sowie der Leiter der Repräsentants der Privatbank Julius Bär sollen, hinter dem Rücken ihrer Arbeitsgeber, mit Russland seit Jahren millionenschwere Rüstungsgeschäfte abgewickelt haben.

Dabei sollen möglicherweise auch Schmiergelder geflossen sein. Beim Rüstungsdeal geht es um technisches Equipment und Waffen für den Sicherheitsdienst FSO zum Schutz des russischen Präsidenten und der Regierung. Ein Sprecher der Bank Bär sagt: «Wir haben die Vorwürfe zur Kenntnis genommen und sind daran, diese zu untersuchen.»

Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe der Russland-Affäre.

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