1. Home
  2. Havarierte Ölbohrinsel vor Alaska beschädigt

Unternehmen

Havarierte Ölbohrinsel vor Alaska beschädigt

DIe US-Küstenwache beobachtet die «Kulluk» aus der Luft. (Bild: Keystone)

Die vor Alaska auf Grund gelaufene Bohrinsel «Kulluk» hat Schäden erlitten. Öl verliert sie offenbar nicht. Trotzdem sind Umweltschützer besorgt.

Veröffentlicht am 04.01.2013

Die vor der Küste Alaskas havarierte Ölbohrinsel des Konzerns Royal Dutch Shell ist beschädigt. Bergungskräfte haben laut dem Konzern berichtet, dass Wellen die Oberseite der Bohrinsel beschädigt hätten.

Rings um die «Kulluk» sei aber kein Ölfilm zu sehen. Ins Innere sei allerdings Wasser eingedrungen, mehrere Generatoren seien defekt, hiess es weiter. Wie schwer der Schaden ist und wann die vor den Kodiak-Inseln gestrandete Bohrinsel weggeschleppt werden kann, blieb offen. Rund 600 Menschen arbeiteten derzeit daran, die «Kulluk» in Sicherheit zu bringen.

Die «Kulluk» wird von Noble Corporation betrieben, einer Firma mit Hauptsitz im Kanton Zug, wie «Handelszeitung Online» bereits am Donnerstag berichtete. Die Plattform wird laut den amerikanische «Rogers Morning News» für 240'000 Dollar pro Tag von Shell geleased.

Bären, Vögel, Seelöwen in der Nähe

Die Bohrinsel, die rund 570.000 Liter Diesel, Öl und Treibstoff an Bord hat, hatte sich Anfang der Woche bei stürmischer See von einem Schlepper losgerissen und war auf der Insel Sitkalidak an der Südküste Alaskas gestrandet. Alle 18 Arbeiter konnten in Sicherheit gebracht werden. Die «Kulluk» war auf dem Weg zu Wartungsarbeiten in Seattle gewesen, als das Unglück passierte.

In dem Archipel, wo die Plattform strandete, leben unter anderem Bären, zahlreiche Vogel-Arten und eine vom Aussterben bedrohte Seelöwen-Art. Umweltschützer warnen nun vor einer drohenden Ölpest.

Die Unglücksstelle der «Kulluk» liegt nur wenige hundert Kilometer westlich vom Prinz-William-Sund, wo am 24. März 1989 das Schiff «Exxon Valdez» auf ein Riff gelaufen war und rund 40'000 Tonnen Rohöl verloren hatte. Küstengewässer und Küste wurden verseucht. Hunderttausende Tiere verendeten. Das Unglück gilt als eine der schlimmsten Ölkatastrophen weltweit.

(tno/aho/awp/sda)

 

 

Anzeige