Das neuste Kind von Swatch-Gründer Nicolas Hayek, die Belenos Clean Power (BCP) Holding mit Sitz in Biel, hat ein erstes Hightech-Produkt in der Pipeline, das bald lanciert wird. Gefragt, ob die Swatch Group nächstes Jahr wie die Konkurrentin Tag Heuer eine Partnerschaft mit einem Telefonanbieter eingehen wolle, sagt Swatch-Sprecherin Beatrice Howald: «Eine pure Marketingoperation ohne technische Partizipation kommt für uns nicht in Frage.»

Doch die Konsumenten könnten aus dem Hause Swatch auf jeden Fall bald ein neues Hightech-Produkt erwarten, und zwar stelle die Firma Belenos Clean Power ein System für die umweltfreundliche Produktion von sauberen Energien her. Das Sagen bei der Holding, deren Gründung im vergangenen August bekannt gegeben wurde, hat Nicolas Hayek mit einem Anteil von 11 Mio Fr. am Aktienkapital von 21 Mio Fr.

Ansammlung guter Namen

Die weiteren Aktionäre sind das Freiburger Elektrizitätsunternehmen Groupe E, die Deutsche Bank, die Eidgenössischen Technischen Hochschulen, Johann Schneider-Amman und der Schauspieler George Clooney. In erster Linie soll die Holding in Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern Systeme entwickeln und herstellen, die saubere und erneuerbare Energie verwenden. Im Fokus stehen Solar-, Brenn- und Wasserstoffzellen sowie schnellaufladbare Batterien. Laut Hayek geht es vor allem darum, interessierten Kreisen, etwa der Automobilindustrie, Know-how anzubieten. Nur wenige Produkte, etwa solche, die umweltfreundliche Energie für Haushalte herstellen, solle Belenos in der Schweiz selber produzieren.

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Hohe Erwartungen

Die Welschschweizer Zeitung «LHebdo» rechnet damit, dass Belenos an den verschiedenen Produktions- und Forschungsstandorten 10000 bis 15000 Arbeitsplätze schaffen könnte.

Die Belenos Clean Power (BCP) ist nach dem keltischen Gott des Lichts benannt, der auch Biel den Namen gab. Im Bereich erneuerbare Energien bereits Furore gemacht hat Hayek in den 1980er Jahren, als er das Swatch-Mobil entwickelte. Er ist überzeugt, dass die Schweiz weltweit zur Nummer eins bei den erneuerbaren Energieprodukten werden könnte, weil sich hier keine Auto- und Erdöllobby dadurch bedroht fühlen würde.