BIOTECH. Andreas Wicki, CEO der Beteiligungsgesellschaft HBM Bioventures, verkündet seit Februar dieses Jahres unermüdlich: «Wir beabsichtigen, 2007 einen IPO an der Schweizer Börse (SWX) zu vollziehen.» Doch jetzt, nur noch wenige Wochen vor Jahresende, schwächt er seine Aussage plötzlich ab: «Wir halten nach wie vor an unserem Plan fest, HBM an der Schweizer Börse kotieren zu lassen. Dieser Schritt muss allerdings im Interesse der Aktionäre sein und bei einem guten Marktumfeld stattfinden», sagt Wicki nun.

Im Klartext: Alles deutet darauf hin, dass der Börsengang verschoben wird. Erstens hat sich das Marktumfeld für frisches Biotech-Kapital in den letzten Wochen verschlechtert. Zweitens bauen institutionelle Anleger in den 4. Quartalen kaum neue Positionen auf, sondern bereinigen ihr Portfolios. Und drittens vergehen zwischen einer IPO-Ankündigung und dem ersten Handelstag normalerweise mehrere Wochen.

Bisherige Aktionäre wollen nicht

Zusätzlich warnen jetzt auch bisherige Investoren von HBM Bioventures davor, diesen Schritt noch 2007 zu wagen. «Ich persönlich rechne mit einem Börsengang im Laufe des nächsten Jahres, je nach Marktverfassung in der 1. oder 2. Jahreshälfte», sagt etwa Bernhard Signorell, Geschäftsleiter von 3V Asset Management, angesichts des aktuellen Börsenumfeldes. HBM-Chef Wicki wollte dies nicht kommentieren.Hinzu kommt, dass der Net Asset Value (NAV) je bisherige HBM-Aktie aktuell nur leicht über 100 Fr. steht – die Titel der Gesellschaft werden ausserbörslich an der Berner Börse gehandelt. Der NAV soll laut HBM Bioventures vor dem Börsengang aber deutlich über 100 Fr. liegen, um so die bisherigen Investoren zu belohnen. Diese stiegen mit 95 Fr. je Aktie ein.

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Grösste Cytos-Investorin

HBM Bioventures investiert in die Bereiche Biotech, Medtech und Humanmedizin. Die Gesellschaft hält etwa Anteile an den SWX-kotierten Biotechfirmen Basilea und Newron. Mit 14% (Aktien und Optionen) ist HBM aber auch grösste Investorin bei der Impfstoffentwicklerin Cytos.