Als Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz Ende Oktober 1995 mit einer 40köpfigen Wirtschaftsdelegation in Peking vom damaligen chinesischen Premierminister Li Peng empfangen wurde, bahnte sich ein heisser Deal der Zurich Insurance an.

Wie Gerichtsdokumente zeigen, die «The Telegraph» veröffentlichte, sprach die Tochter von Li Peng, Li Xiaolin, den Geschäftsmann Bill Zhao darauf an, dass man die chinesische Versicherungesgruppe New China Life neu strukturieren könnte. Bill Zhao liess daraufhin seine Kontakte zur Zurich spielen.

Zahlung über die Bahamas

Ende 1996 flossen dann 16,9 Millionen US-Dollar von der Zurich Group auf ein Credit-Suisse-Konto auf den Bahamas - das soll der Preis gewesen sein, den Zurich für fast 25 Prozent an New China Life zahlte. Brisant ist nicht nur die Zahlung an sich sondern auch, dass damals ein Verkauf chinesischer Versicherungen an Ausländer nicht gestattet war.

Li Xiaolin ist heute Verwaltungsratspräsidentin der in Hong Kong börsenkotierten China Power International - und damit eine der mächtigsten Frauen Chinas. Sie dementierte umgehend den vom «Telegraph» veröffentlichten Bericht, der auf den US-Gerichtsakten basiert.

Privatfehde legt Deal offen

Dass der Deal ans Licht kam, ist juristischen Auseinandersetzungen zu verdanken, die sich Geschäftsmann Bill Zhao und Multimilliardär Zhang Hongwei in den USA liefern. Das an Zurich verkaufte Aktienpaket an New China Life hielt Zhang Hongwei über seine Orient Group, für die Bill Zhao länger tätig war. 2004 verkrachten sich die beiden - seither liefern sie sich Scharmützel vor Gericht.

Die Zurich wurde von «South China Morning Post» zitiert, dass der Deal mit der Orient Group aus 1996 beinhaltete, dass die Aktien bei Orient Group blieben, bis die Restriktionen gegen ausländische Beteiligungen in China gefallen seien. Weiter stehe der ab 2000 passierte Aufkauf von New-China-Life-Aktien «nicht in Bezug mit jener Transaktion der Orient Group».

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