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Heinz-Verkauf: Insiderskandal weitet sich aus

Bei der übernahme des Ketchup-Herstellers hatten manche Händler früher Zugang zum Informationsfluss. (Bild: Keystone)

Nachdem bereits ein Konto in der Schweiz eingefroren wurde, laufen nun weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Heinz durch Berkshire und 3G. Diesmal ist London betroffen.

Veröffentlicht am 28.02.2013

Verbotener Insiderhandel im Vorfeld der Übernahme des Ketchup-Königs H.J. Heinz könnte noch grössere Ausmasse angenommen haben als bislang gedacht. Nach Informationen von US-Medien sind die amerikanischen Finanzaufseher auf weitere verdächtige Transaktionen gestossen, nachdem bereits ein Konto in der Schweiz eingefroren wurde.

Der Fokus bei den neuen Ermittlungen liege auf einer komplexen Finanzwette, die über London gelaufen sei, schrieb die «New York Times» unter Berufung auf eingeweihte Personen. Das «Wall Street Journal» berichtete von mehreren Deals, die sich der Selbstregulierer der US-Finanzbranche FINRA sowie die Bundespolizei FBI anschauten.

Wer hat geplaudert?

Investorenlegende Warren Buffett und der Finanzinvestor 3G Capital hatten Mitte Februar verkündet, dass sie H.J. Heinz für 23 Milliarden Dollar (21,5 Milliarden Franken) schlucken wollen. Daraufhin war die Aktie in die Höhe geschossen. Bei einer Überprüfung stellte die Börsenaufsicht SEC fest, dass unbekannt Anleger just am Tag zuvor ungewöhnlich viele Finanzwetten auf steigende Kurse abgeschlossen hatten, und zwar über ein Schweizer Konto. Später schaltete sich auch das FBI ein.

Der Verdacht in allen Fällen ist, dass Anleger vorzeitig Wind von dem Kauf bekommen hatten und mit ihren Spekulationen daran verdienen wollten. Derartiger Insiderhandel aber ist verboten, weil er andere Investoren benachteiligt. Sollte sich der Verdacht erhärten, stellt sich automatisch auch die Frage, wer den Tipp gegeben haben könnte. An einer Übernahme dieser Grössenordnung sind neben Käufer und Verkäufer auch zahlreiche Banker und Anwälte beteiligt.

(jev/aho/awp)

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