Den griechischen Banken geht nach Schätzung der US-Bank JP Morgan in rund drei Monaten das Geld aus. Sollte die Bevölkerung weiterhin Einlagen von rund zwei Milliarden Euro pro Woche abziehen, dürften die Finanzinstitute in 14 Wochen keine Sicherheiten mehr für neue Kredite haben, wie aus am Montag veröffentlichten Kalkulationen der Bankexperten hervorgeht.

Sie gingen davon aus, dass den griechischen Geldhäusern maximal 108 Milliarden Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der griechischen Notenbank zur Verfügung gestellt wurden. Davon hätten die griechischen Banken bereits 80 Milliarden Euro aufgebraucht. Damit bleibe nur noch eine Restsumme von 28 Milliarden Euro.

Noch ein Einigungsversuch verpufft

Im Schuldenstreit mit Griechenland unternahmen die Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel einen neuen Anlauf, um einen Kompromiss zu suchen. Kern des Konflikts ist die Ablehnung von Reformauflagen durch den neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Zugleich ist Athen aber auf neue Milliarden angewiesen, da das Hilfsprogramm Ende Februar endet.

Aber auch das jüngste Treffen blieb ohne Einigung, wie es aus EU-Ratskreisen hiess. Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis lehnte weiterhin jeden Vorschlag der Eurogruppe für einen Kompromiss ab, legte aber seinerseits keine schriftlichen Vorschläge vor. Knapp vor Ende der Sitzung hatte das griechische Staatsfernsehen bereits von einem Scheitern der Gespräche berichtet. Noch unklar ist, ob es am Freitag einen Sondergipfel der Eurozone geben wird.

(reuters/ise)