Die These des Finanzchefs, der wegen angeblich manipulierter Zahlen für das Grounding der Fluggesellschaft Hello verantwortlich sein soll, sei nicht haltbar. Das will die «Sonntagszeitung» jetzt herausgefunden haben. 

Vielmehr sei es laut der «Sonntagszeitung» bereits weit im Vorfeld des Groundings zu groben Fehleinschätzungen seitens der Unternehmensleitung gekommen. So wurde offenbar zugelassen, dass das französische Reiseunternehmen «Starter» bei Hello Schulden in der Höhe von sieben Millionen Franken aufhäufen durfte. 

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Ein kapitaler Fehler in einer Branche, wo Bargeld König sei, wie Experten gegenüber der «Sonntagszeitung» erklären. 

Suter und Starter-Gründer kennen sich

Das Vertrauen, welches Hello-Verwaltungsratspräsident Moritz Suter in Starter hatte, soll derweil nicht auf kühlen Kalkulationen, sondern auf einer gemeinsamen Vergangenheit gefusst haben. Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, soll Starter-Gründer Gilbert Leiber einst bei Suters Crossair aktiv gewesen sein. 

In alten Airline-Verzeichnissen ist Leiber laut «Sonntagszeitung» denn auch als Präsident von Crossair Europe aufgeführt. «Man kannte sich und dachte, Leiber werde schon zahlen», bestätigt Hello-CEO Robert Somers gegenüber der «Sonntagszeitung».

Ebner will Hello nicht kaufen

Derweil wurde ein Airbus A320, eine der vier Maschinen der Hello-Flotte, von Zürich auf einen Militärflughaben in Holland geflogen. Dies bestätigt Hello-Konzernchef Robert Somers gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

Dass die Leasinggeber nach der Insolvenzerklärung von Moritz Suters Basler Charterfluggesellschaft ihre Flugzeuge zurückholen wolle, sei völlig normal: «Wenn wir eine Lösung finden, holen wir sie zurück», sagt Somers zum «Sonntag».

Hello hat am vergangenen Montag Insolvenz angemeldet. Das zuständige Gericht hat auf Begehren der Airline einstweilen einen Konkursaufschub bis Ende November gewährt. Seither sind Somers und der Verwaltungsrat daran, eine Lösung für einen Verkauf oder eine Rekapitalisierung der Hello zu finden.

Die Fluglinie Helvetic Airways von Financier Martin Ebner möchte indes von einem Kauf der Chartergesellschaft Hello nichts wissen: «Nein, an Hello, habe ich kein Interesse. Die Airbus A320 wären nun sicherlich billig zu kaufen. Aber sie passen nicht zu unserer Flotte und zu unserer Strategie. Möglicherweise übernehmen wir ein paar Flüge von Hello,» erklärt Martin Ebner gegenüber dem «Sonntagsblick». 

(muv)