In der Versicherungsbranche streitet sich Goliath mit David, die Konsequenz: Helsana hat Knip die Freundschaft gekündigt. Der grösste Krankenversicherer der Schweiz beendet wegen Datenschutzbedenken seine Zusammenarbeit mit dem Startup, das im vergangenen Herbst 15 Millionen Franken einsammeln konnte, wie das Portal gruenderszene.de berichtet.

«Einerseits möchten wir Ihre gesundheitsrelevanten – und somit sehr persönlichen – Daten nicht einem externen Dienstleister anvertrauen», schreibt Helsana an seine Kunden. «Andererseits ist es uns wichtig, direkt mit Ihnen zu kommunizieren. Wir sind überzeugt, dass wir Sie persönlich besser und schneller beraten können als über eine zwischengeschaltete App.»

Mehr Aufwand für den Kunden

Konkret heisst das: Vertragsunterlagen von Helsana-Kunden, die ihre Police über Knip verwalten wollen, werden nicht mehr automatisch an das Zürcher Startup weitergeleitet. Stattdessen müssten die Kunden die Policen selbst einscannen und an das Startup schicken.

«Die meisten Versicherungsunternehmen zeigen sich kundenfreundlich und übernehmen das», erklärt Knip-Gründer Dennis Just gegenüber gruenderszene.de. «Die Helsana hat sich entschieden, das nicht mehr zu tun.»

Helsana will eigene App pushen

Just vermutet, dass Helsanas Datenschutzbedenken nur vorgeschoben sind. Der Gründer wittert eine «gezielte Marketingaktion». Die Versicherung wolle «derzeit offenbar ihr eigenes Kundenportal bewerben». Tatsächlich verweist die Helsana in dem Kundenschreiben auf die unternehmenseigene Lösung MyHelsana.

Just ärgert das: Helsana solle «die freie Maklerwahl ihrer Kunden respektieren». Und: Er wirft dem Unternehmen vor, seinerseits die Nutzer in die Irre zu führen. «Kein Versicherer teilt gesundheitsrelevante Daten mit uns – das ist eine Falschbehauptung und man kann nur vermuten, dass dies bewusst zur Verunsicherung der Kunden eingefügt wurde.»

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(ise/hon)