Manfred Manser, Chef des führenden Schweizer Krankenversicherers Helsana, erwartet vom künftigen Gesundheitsminister, dass er in der Spital- und Pflegefinanzierung sowie bezüglich den Versorgungsmodellen den von Couchepin eingeschlagenen Weg weiterverfolgt. «Der Nachfolger sollte zudem Brücken schlagen zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen und Mehrheiten im Parlament, um den aktuellen Reformstau zu überwinden.» Darüber hinaus gilt es laut Manser, die personellen Ressourcen im Bundesamt für Gesundheit zu überprüfen und dafür zu sorgen, dass die Abteilung Krankenversicherung genügend Mittel hat, um den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden. Georg Portmann, Chef der CSS-Gruppe, erklärt: «Ich wünsche mir von Couchepins Nachfolger die Formulierung einer nationalen Gesundheitspolitik, die unter anderem Eckpfeiler zur stationären und ambulanten Versorgung enthält.» Wichtig ist Portmann, dass neben qualitativen Aspekten die Kosten ins Zentrum gestellt werden und nicht Kosmetik in Bezug auf Finanzierung und Umverteilung betrieben wird. Kurzfristig erachtet der CSS-Chef die rasche Umsetzung kostendämpfender Massnahmen im Bereich Medikamente und Spital ambulant als dringend.

Visana-CEO verteidigt Couchepin

«Die nötigen Reformen sind nicht von Bundesrat Couchepin, sondern von den Lobbyisten in den eidgenössischen Räten auf die lange Bank geschoben worden», verteidigt Peter Fischer, CEO der Visana-Gruppe, die Arbeit des scheidenden Gesundheitsministers. Dessen Nachfolger sollte die Anspruchsmentalität der Versicherten eindämmen, und zwar durch Einführung eines landesweiten Gatekeeper-Systems mit und ohne Managed-Care-Modellen in der Hausarztmedizin. Der Wunschkatalog des Visana-Chefs ist lang: Unter anderem fordert er, unterschiedliche Taxpunktwerte innerhalb der Kantone einzuführen, um eine flächendeckende Grundversorgung sicherzustellen, sowie dass der Risikoausgleich zwischen den Krankenversicherern verbessert wird.

Sympany-CEO Beat Ochsner ortet in der Gesundheitspolitk die Problematik, dass das Bundesamt für Gesundheit «nicht nur die Aufsicht wahrt, sondern auch politisiert». Seiner Ansicht nach sollte der Nachfolger «in der Lage sein, besonders in der Grundversicherung die falschen Anreize zu beseitigen», so Ochsner.

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Zurückhaltender geben sich Hochschulen und Universitäten. ETH-Ratspräsident Fritz Schiesser: «Ich erwarte, dass der Nachfolger mit derselben Begeisterung für eine langfristige Politik und Finanzierung von Lehre, Forschung und Wissenstransfer eintritt, wie sich die zahlreichen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Talente im ETH-Bereich engagieren.»