Helvetia und Raiffeisen geben sich zum zweiten Mal das Ja-Wort. Die seit zehn Jahren bestehende Kooperation wird um weitere fünf Jahre verlängert. «Die Kooperation entwickelt sich auch in diesem Jahr sehr erfreulich», sagt Philipp Gmür, Helvetia-CEO Schweiz, im Gespräch mit der «Handelszeitung». Bis anhin generierte Helvetia jährlich 10% der Neuabschlüsse im Einzelleben allein durch die Kooperation mit Raiffeisen. Dank dem guten Geschäftsgang von Raiffeisen und den hohen Neugeldzuflüssen dürfte die Quote in diesem Jahr womöglich höher ausfallen.

Im Rahmen der Partnerschaft vertreibt hauptsächlich Raiffeisen Versicherungsprodukte von Helvetia. «Damit sind wir in der Lage, unseren Kunden eine umfassende Finanzberatung anzubieten. Unser Ziel ist es, den Kunden über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten», sagt Patrik Gisel, Stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisen-Geschäftsleitung.

Auch Helvetia stellt sich der Vertriebsprobe. So bietet der Versicherer auch seinen Kunden Raiffeisen-/Vontobel-Fonds an. «Im heutigen Umfeld wird zwar sehr verhalten in Fonds investiert, aber mit der Erholung der Börsenkurse dürfte dies wieder ein zunehmendes Bedürfnis bei den Kunden sein», sagt Gmür von Helvetia.

Anzeige

Tücken der Ehe

Trotz des zehnjährigen Bestehens versteht man sich aber noch nicht ganz blind. «Es herrscht natürlich nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen», sagt Gmür. So ringe man immer wieder um noch effizientere Prozesse und bedarfsgerechte Lösungen. Unbefriedigend sei die flächendeckende Anbindung der einzelnen Raiffeisen-Banken. «Noch nicht alle Banken betreiben den Vertrieb von Helvetia-Produkten gleich stark», sagt Gisel von Raiffeisen.

Besonders die breitere Nutzung des Bankstellennetzes dürfte der Kooperation verstärkten Rückenwind verleihen. «In der Kooperation liegt noch reichlich mehr Umsatzpotenzial drin», sagt Gmür.

«Bereits heute erhalten wir vermehrt Rückmeldungen von der Front, dass die Kunden aufgrund der wirtschaftlich engen Zeiten vermehrt sichere Versicherungsprodukte nachfragen», sagt Gisel. Dabei wittern beide Parteien vor allem im Hypothekarbereich durch den Vertrieb von Risiko-Lebensversicherungen sowie Bau- und Gebäudeversicherungen zusätzliches Potenzial. Das Vorantreiben der Partnerschaft zwischen Raiffeisen und Helvetia erweist sich vielfach auch als Geduldsprobe. «Manchmal wünschte ich mir, es würde alles rascher vor sich gehen», gesteht Gmür. Trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten und der teilweise noch mangelnden Vertriebsstärke über einzelne Raiffeisen-Banken raufen sich die beiden Unternehmen immer wieder zusammen.

Die Zukunft heisst Allfinanz

Warum führen dann nicht mehr Banken und Versicherungen eine gemeinsame Kooperation, wenn es ein so einfaches Erfolgsrezept dafür gibt? «Das Konzept Allfinanz ist in den vergangenen Jahren zunehmend in ein schlechtes Licht gerückt worden», sagt Gisel. Dabei seien bei der jeweiligen Integration schwerwiegende Fehler begangen worden. «Um Allfinanz zu betreiben, kam es oftmals zu einem brutalen Zusammenschluss, wobei sehr unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallten.» Helvetia wie Raiffeisen glauben an ihre Kooperation. Allfinanz habe Potenzial und sei ein Muss für die Zukunft. Gmür ist überzeugt: «Der Absatz über mehrere Vertriebskanäle wird weiter zunehmen.»

NACHGEFRAGT
Philipp Gmür, CEO Helvetia Schweiz, St. Gallen



Rund 10% der Neuabschlüsse im Einzelleben-Geschäft generieren Sie über Raiffeisen. Wird es in diesem Jahr mehr sein?

Anzeige

Philipp Gmür: Wir rechnen damit, dass die Kooperation weiter an Fahrt gewonnen hat und der Anteil von Raiffeisen am Neugeschäft grösser wird.

Vor allem der Vertrieb von Lebensversicherungen über Raiffeisen funktioniert gut. Wie sieht es im Nichtlebenbereich aus?

Gmür: Besonders gut laufen die Risiko-Lebensversicherungen im Zusammenhang mit dem Hypothekargeschäft. Beim Vertrieb von Nichtleben-Produkten harzt es nach wie vor. Wir sind daran, die entsprechenden Kundenberater von Raiffeisen zu schulen.

Glauben Sie an den gleichen Erfolg, wie bei den Lebensversicherungs- produkten?

Gmür: Ja, sofern es gelingt, Produkt und Prozess so einfach wie möglich in die Hypothekenberatung zu integrieren.

Der Kooperationsvertrag ist nach Ablauf von fünf Jahren jährlich kündbar. Wie stellen Sie sicher, dass Raiffeisen nicht abspringt?

Anzeige

Gmür: Zwischen den beiden Häusern bestehen enge Bande. So hat sich Raiffeisen 2002 an Helvetia beteiligt, um der gesamten Kooperation noch mehr Gewicht zu verleihen. Die beste Garantie für ein Fortbestehen ist ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Was wird sich in Zukunft ändern?

Gmür: Wir verfolgen die Entwicklung rund um neue Finanzdienstleistungen aufmerksam. Die Fragen rund um Versicherung und Vorsorge lassen Banken und Versicherungen mancherorts näher zusammenrücken. Gemeinsam mit Raiffeisen wollen wir an Innovationen partizipieren können.

Rund 10% der Neuabschlüsse generieren Sie über Raiffeisen. Wird es in diesem Jahr mehr sein?

Philipp Gmür: Dazu kann ich leider nicht allzu viel sagen. Fest steht aber, dass sich die Anzahl Neuabschlüsse über Raiffeisen bis anhin sehr erfreulich entwickelt haben.

Anzeige

Bis anhin hat vor allem der Vertrieb von Lebensversicherungen über Raiffeisen gut funktioniert. Wie sieht es heute im Nichtlebenbereich aus?

Gmür: Besonders gut laufen die Risiko-Lebensversicherungen im Hypothekargeschäft. Beim Vertrieb von Nichtleben-Produkten harzt es nach wie vor. Wir sind jetzt daran den entsprechenden Kundenberater von Raiffeisen zu schulen.

Glauben Sie an den gleichen Erfolg, wie bei den Lebensversicherungsprodukten?

Gmür: Das ist schwierig zu sagen. Aufgrund der Unsicherheit spielt momentan das Vorsorgethema in der Öffentlichkeit eine grosse Rolle.

Der erneuerte Kooperationsvertrag ist jährlich kündbar. Wie stellen Sie sicher, dass Ihnen Raiffeisen nicht abspringt?

Gmür: Um der gesamten Kooperation mehr Gewicht zu verleihen, hat sich Raiffeisen in 2002 an Helvetia beteiligt. Durch ihre genossenschaftliche Organisation verleiht sie uns wiederum mehr Stabilität im Aktionariat.

Anzeige

Wie wird sich die Kooperation in Zukunft verändern?

Gmür: Neue Finanzierungsformen werden bereits heute diskutiert, wie beispielsweise eine mögliche Häuserbaufinanzierung. Zusammen mit Raiffeisen wollen wir an solchen Innovationen partizipieren können.

Rund 10% der Neuabschlüsse generieren Sie über Raiffeisen. Wird es in diesem Jahr mehr sein?

Philipp Gmür: Dazu kann ich leider nicht allzu viel sagen. Fest steht aber, dass sich die Anzahl Neuabschlüsse über Raiffeisen bis anhin sehr erfreulich entwickelt haben.

Bis anhin hat vor allem der Vertrieb von Lebensversicherungen über Raiffeisen gut funktioniert. Wie sieht es heute im Nichtlebenbereich aus?

Gmür: Besonders gut laufen die Risiko-Lebensversicherungen im Hypothekargeschäft. Beim Vertrieb von Nichtleben-Produkten harzt es nach wie vor. Wir sind jetzt daran den entsprechenden Kundenberater von Raiffeisen zu schulen.

Anzeige

Glauben Sie an den gleichen Erfolg, wie bei den Lebensversicherungsprodukten?

Gmür: Das ist schwierig zu sagen. Aufgrund der Unsicherheit spielt momentan das Vorsorgethema in der Öffentlichkeit eine grosse Rolle.

Der erneuerte Kooperationsvertrag ist jährlich kündbar. Wie stellen Sie sicher, dass Ihnen Raiffeisen nicht abspringt?

Gmür: Um der gesamten Kooperation mehr Gewicht zu verleihen, hat sich Raiffeisen in 2002 an Helvetia beteiligt. Durch ihre genossenschaftliche Organisation verleiht sie uns wiederum mehr Stabilität im Aktionariat.

Wie wird sich die Kooperation in Zukunft verändern?

Gmür: Neue Finanzierungsformen werden bereits heute diskutiert, wie beispielsweise eine mögliche Häuserbaufinanzierung. Zusammen mit Raiffeisen wollen wir an solchen Innovationen partizipieren können.