Die Helvetia hat im vergangenen Jahr im Bereich Kollektivleben in der Schweiz starkes Wachstum und ein rekordhohes Volumen erreicht. Wie bereits bekannt, wuchs das Prämienvolumen im BVG-Geschäft gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 2,63 Milliarden Franken. Nebst der starken Nachfrage von KMU hätten auch zunehmende autonome Pensionskassen Interesse an den Vorsorgelösungen der Helvetia gezeigt, teilt der Versicherer mit.

Vor allem im Neugeschäft wuchs Helvetia markant: Dort nahmen die Einmalprämien um knapp 27 Prozent zu. Aber auch die für die Branche wichtigen, weil nachhaltigen, periodischen Prämien seien mit 5,1 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken stabil gewachsen, heisst es weiter. Die Anzahl der Versicherten im Kollektivlebenbereich erhöhte sich per Ende 2013 um rund 5 Prozent auf beinahe 210'000. Mit diesem Wachstum sei es gelungen, weitere Marktanteile zu gewinnen und die Stellung unter den schweizweit drei grössten Anbietern im Kollektivlebengeschäft zu stärken.

Versicherer sollen sich um berufliche Vorsorge kümmern

Der Grund, weshalb die Nachfrage der KMU für Vollversicherungen so gross war, ist die Sicherheit. KMU sowie zunehmend auch autonome Pensionskassen übertragen die Aufgabe der beruflichen Vorsorge an Versicherer, um sich auf ihre Kernaufgaben fokussieren zu können, so die Mitteilung. Dabei dürfte der Bedarf nach Versicherungslösungen aufgrund der zunehmenden Komplexität und den wachsenden Transparenzanforderungen in der 2. Säule weiter anhalten. Ein breiteres und flexibleres Angebot an Vorsorge- und Versicherungsprodukten steigere die Attraktivität der Vollversicherung noch zusätzlich.

Derweil sanken die Kosten im BVG-Geschäft der Helvetia weiter. Die Abschluss- und Verwaltungskosten reduzierten sich um 2 Millionen auf 86,5 Millionen Franken, was 3,3 Prozent der Prämieneinnahmen sind. Die durchschnittlichen Kosten pro aktiv versicherte Person weist Helvetia mit 452 Franken gegenüber 498 Franken im Vorjahr aus. Damit konnten die Kostenprämien auf 490 Franken pro Kopf gesenkt werden, so Helvetia weiter.

In der Vermögensverwaltung betrugen die Kosten unverändert 0,11 Prozent des verwalteten Vermögens. Dieses belief sich Ende 2013 auf 16,1 Milliarden Franken. Die zu Marktwerten gemessene Performance litt unter den gestiegenen Zinsen, welche zu einer markanten Reduktion der Bewertungsreserven führte. Weil jedoch die verzinslichen Wertpapiere, welche den weitaus grössten Teil der Vermögensanlagen ausmachen, bis zum Endverfall gehalten werden, sei die Nettoperformance von -1,16 Prozent von untergeordneter Bedeutung. Die Rendite zu Buchwerten bildete sich derweil nur leicht von 2,69 Prozent auf 2,48 Prozent zurück.

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Reserven verstärkt

Mit Blick auf das anhaltend tiefe Zinsniveau hat Helvetia die versicherungstechnischen Rückstellungen von 13,9 Milliarden auf 15,1 Milliarden Franken erhöht. In dem der Mindestquote (Legal Quote) unterstellten Geschäft wurde ein Bruttoergebnis von 245,2 Millionen Franken erzielt, wovon 92,5 Prozent (VJ 93,2 Prozent) an die Versicherten ging. Auch im Geschäft, das nicht der Mindestquote unterstellt ist, wurden 91,8 Prozent ausgeschüttet und weniger als 10 Prozent entfielen als Betriebsergebnis auf Helvetia. Dieses sei mit 60,2 Millionen dennoch stabil ausgefallen und konnte gegenüber 2012 um 2,5 Prozent verbessert werden.

Die Helvetia hält im Zusammenhang mit der politischen Diskussion zur Reform «Altersvorsorge 2020» fest, dass derzeit eine bedeutende Umverteilung der Vorsorgegelder von aktiv Versicherten zu den Rentenbezügern stattfinde. Ohne diese Quersubventionierung hätte das Altersguthaben der aktiv Versicherten bei der Helvetia im vergangenen Jahr um rund 1,5 Prozent höher verzinst werden können.

Die Helvetia unterstütze die zentralen Reformpunkte des Bundesrates, heisst es weiter. Die Senkung des Umwandlungssatzes sei ebenso wichtig wie ein einheitliches Rentenalter von vorerst 65 Jahren. Um die weiterhin bestehenden Ungleichgewichte ausgleichen zu können, müssten die Lebensversicherungen jedoch ihre Spar-, Risiko- und Kostenprozesse weiterhin frei gestalten können. Während die Abkehr von der Festlegung des Mindestzinses zum Jahresende abzulehnen und die Mindestquote von brutto 90 Prozent beizubehalten sei.

(awp/dbe/sim)