Am Mittwoch hat die Fluggesellschaft Helvetic Airways ihren neuen Flieger am Flughafen Zürich präsentiert - vom Typ Embraer 190-E2. Der Hersteller hatte dazu eine Maschine nach Zürich gebracht, die noch nicht die Lackierung von Helvetic, sondern eine Bemalung in «Shark»-Optik trägt. Embraer bezeichnet den Flieger als «Profit-Hunter». Mit dabei war nicht nur Helvetic-CEO Tobias Pogorevc, sondern auch Investor Martin Ebner. Auf einem kurzen Rundflug mit Journalisten über die Alpen konnten sie das neue Fluggerät testen. Die Airline bestätigte zuvor die Bestellung von zwölf Jets des Embraer-Typs im Wert von 730 Millionen US-Dollar.

Helvetic-Eigner Ebner dankte während einer kurzen Ansprache an Bord des Fliegers seiner Frau für die Risikobereitschaft (siehe Video unten). Zudem erklärte er der «Handelszeitung» im Interview seine Pläne:

Helvetic Airways kauft zwölf neue Flieger vom Typ Embraer 190-E2, warum investieren Sie so stark? Das ist ja sehr viel für eine vergleichsweise kleine Schweizer Airline.
Wir sind mittlerweile eine etablierte Regionalfluggesellschaft. Das Geschäftmodell hat sich bewährt in den vergangenen zwölf Jahren. Die ersten zwei Jahre waren schwierig, aber die vergangenen zehn Jahre waren gute Jahre für uns. Das wichtigste ist, dass wir starke Partner haben. Wir haben langfristige Verträge, also einen berechenbaren Cash-Flow. Das erlaubt uns auch, Spezial- und Liniencharter zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass es dafür weiterhin einen guten Markt geben wird.

Bringen Sie die neuen Flieger nun in eine neue Liga?
In der Vergangenheit haben wir Flugzeuge nicht direkt aus der Produktion gekauft, das war einfach zu teuer. In der Zwischenzeit hat es aber bei der Flugzeugtechnik einen Quantensprung gegeben. Der Embraer 190 E2 ist das leiseste Flugzeug dieser Art, auch sehr sparsam mit dem Flugbenzin. Es ist gewissermassen ein grünes Flugzeug. Dafür sind die Fluggesellschafen bereit, eine Prämie zu zahlen.

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Auf jeden Fall eine neue Ära für Helvetic?
Es gibt eine Konsolidierung auf einem hohem Niveau. Und wenn sich das Ganze so ergeben sollte wie geplant, dann schauen wir weiter, ob wir die Optionen für zwölf weitere Flieger ausüben wollen. Aber das ist viel zu früh, dazu etwas zu sagen.

Helvetic Airways

Investor Martin Ebner (li.) und CEO Tobias Pogorevc: Freude über neuen Flieger

Quelle: Tim Höfinghoff

Aber der neue Flugzeugtyp ist für Sie ein grosser Schritt?
Es ist ein sehr grosser Schritt, natürlich. Nicht von der Dimension her, von den Finanzen her.

Bauen Sie nun massiv aus, gibt es bald neue Routen bei Helvetic?
Es wird sich in diesem Sinne nicht so viel ändern. Die 80 Prozent unserer angebotenen Kapazität werden wir auf Jahre hinaus fest untergebracht haben, mit den anderen 20 Prozent ist es dann eher opportunistisch.

In der Schweizer Aviatik ist gerade viel los. Skywork ging kürzlich pleite. Gibt es für Helvetic nun neue Opportunitäten?
Den Schweizer Aviatikmarkt gibt es ja gar nicht mehr so in diesem Sinne. Es gibt die Swiss, die einen guten Job macht, und dann gibt es noch uns. Und dann ist schon fertig. Wir sind zwar eine Schweizer Fluggesellschaft, aber ich möchte das Geschäftsmodell eigentlich nicht auf die Schweiz begrenzt sehen. Wir sind eine regionale Fluggesellschaft, unsere Region ist in diesem Sinne ganz Europa. Wir haben mit Helvetic eine Konzentration auf die Lutfhansa-Gruppe, aber das muss nicht so bleiben.

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In Basel soll bald das Billigflieger-Projekt «Swiss Skies» starten. Sind die Gründer auch an Sie herangetreten?
Ich habe Unterlagen dazu gesehen, aber zu wenige Informationen, um mich dazu zu äussern.

«Ich danke meiner Frau» – Investor Martin Ebner hält eine Ansprache zum Testflug mit dem Embraer-Jet:

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