Im 1. Halbjahr 2007 entwickelten sich die Nutzfahrzeugverkäufe in fast allen Märkten positiv, allerdings mit zwei gewichtigen Ausnahmen: Zum einen Nordamerika und andererseits Japan. In den USA waren die Immatrikulationen neuer Trucks durch das Inkrafttreten der neuen Abgasregelung EPA97 negativ beeinflusst, die im Jahr 2006 zu vorgezogenen Käufen von Nutzfahrzeugen geführt hatte. Ein Effekt, den die in den USA vertretenen europäischen Hersteller zu spüren bekamen.

Marktführer DaimlerChrysler verkaufte bis Ende Juni dieses Jahres weltweit insgesamt 231300 leichte, mittelschwere und schwere Trucks, das sind 8% weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Nafta-Raum wurden 70700 Fahrzeuge verkauft, gegenüber deren 97500 im Vorjahreszeitraum. Die Verkäufe im Bereich Trucks Europa/Südamerika hingegen stiegen bis Ende Juni um 9,7% auf total 73300 Einheiten. Bei Trucks Asia reduzierten sich die Verkäufe um 1,4% auf 87400 Fahrzeuge. Deutlich steigern konnte DaimlerChrysler den Absatz der Transporter, nämlich um 8,2% auf den neuen Rekordwert von 135500 Einheiten. DaimlerChrysler Buses schliesslich verkaufte in den ersten sechs Monaten 2007 total 18600 Busse (+2,6%). Das Betriebsergebnis (Ebit) wird für den Nutzfahrzeugbereich mit 1,129 Mrd
Euro oder 12% höher ausgewiesen.


Absatzrückgänge in den USA

Die Volvo Group, weltweit die Nr. 2, im Nutzfahrzeuggeschäft, zu der die Marken Volvo Trucks, Renault Trucks, Mack und seit kurzem Nissan Diesel gehören, verkaufte weltweit 103839 Nutzfahrzeuge oder 8% weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 47147 Trucks auf die Marke Volvo, (–8%) 37853 auf Renault Trucks (–9%) und 8828 Einheiten auf Mack Trucks (–55%). Diese Zahlen widerspiegeln ebenfalls den starken Rückgang der Verkäufe in den USA. Positiver sieht es beim Auftragseingang aus, dieser liegt mit gesamthaft 135 007 Fahrzeugen 8% über dem Wert des 1. Halbjahres 2006. Trotz rückläufigen Verkaufszahlen konnte die Volvo Group jedoch das Operating Income mit 1,1447 Mrd sKr praktisch auf Vorjahreshöhe halten. Der Konzernumsatz erhöhte sich sogar um 1% auf 132,482 Mrd sKr.

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Scania legte deutlich zu

Deutlich zulegen konnte bis Ende Juni 2007 der zweite schwedische Hersteller, nämlich Scania, welcher Anfang dieses Jahres vom deutschen Konkurrenten MAN heftig umworben wurde. Die Verkäufe stiegen um 18% auf 37578 Fahrzeuge, der Umsatz verbesserte sich um 14% auf 40,040 Mrd sKr. Um 42% verbesserte sich das Operating Income, welches mit 5,890 Mrd sKr ausgewiesen wird. Da Scania in den USA nicht vertreten ist, wurde sie vom dortigen Markteinbruch verschont. Scania konnte in sämtlichen Absatzgebieten die Verkäufe neuer Fahrzeuge zum Teil deutlich steigern. So etwa in Brasilien um 38%, in Spanien um 35% und in Russland gar um 127%. Im Busgeschäft resultierte eine Zunahme des Auftragseinganges von 40% auf 4114 Fahrzeuge.

Deutschlands zweitgrösster Nutzfahrzeughersteller – MAN – realisierte bis Ende Juni ebenfalls erfreuliche Resultate. Erstmals in der Firmengeschichte erreichte die Umsatzrendite des Konzerns mit 10,7% einen zweistelligen Wert. Der Umsatz verbesserte sich im Nutzfahrzeuggeschäft um 14%, das operative Ergebnis um 46% von 298 auf 434 Mio Euro. Im Busgeschäft musste allerdings ein Verlust von 13 Mio Euro verkraftet werden, diesem soll mit Restrukturierungen entgegengewirkt werden. Der Auftragseingang im Bereich Nutzfahrzeuge stieg bis Ende Juni um 29%. Das Ergebnis im 1. Halbjahr wird mit 721 Mio Euro ausgewiesen, ein Plus von 52%.