Das legendäre Berliner Kunsthaus Tacheles wird saniert. Unter der Leitung der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron beginnen auf dem Gelände des seit vier Jahren leerstehenden Gebäudes morgen Montag die Vorarbeiten für den Bau eines neuen Stadtquartiers.

Die denkmalgeschützte Kaufhausruine, jahrelang ein alternatives Künstlerzentrum, soll saniert und später wieder kulturell genutzt werden. Die verantwortliche Investmentfirma hat das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron mit der künstlerischen Gesamtleitung des Projekts beauftragt.

Arbeiten laufen am Montag an

Eine Sprecherin des Projektentwicklers (pwr development) bestätigte auf dpa-Anfrage, dass die Arbeiten am Montag wie geplant anlaufen. Im März hatte Geschäftsführer Sebastian Klatt das Vorhaben mit den Worten vorgestellt: «Mit der Neubebauung und Sanierung wollen wir die Geschichte dieses besonderen Ortes in der Mitte Berlins einfangen und auf zeitgemässe Art widerspiegeln.»

Das Tacheles war nach der Wende von Künstlern besetzt und als Atelierhaus genutzt worden. Mit seinem Graffiti-übersäten Szenecharme galt es lange als beliebte Touristenattraktion. Wegen der Verkaufs- und Neubaupläne war das Haus 2012 geräumt worden und stand seitdem leer. Das riesige Grundstück gilt als eines der letzten unbebauten Filetstücke in Berlin-Mitte.

Umstritten in Deutschland

Mit dem Spatenstich in Berlin startet die nächste Herzog & de Meuron-Grossbaustelle in Deutschland. Das Basler Architekturbüro hat bereits einige Prestigeprojekte im Portfolio – so zum Beispiel die Allianz-Arena des FC Bayern München oder die Elbphilharmonie in Hamburg.

Wegen des Projekts in Hamburg haben die Architekten in den letzten Jahren auch viel Kritik einstecken müssen. Ursprünglich sollte der Bau die Hansestadt knapp 80 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile belaufen sich die Kosten für die öffentliche Hand auf fast 800 Millionen Euro und die Eröffnung ist für 2017 geplant.

(sda/ise)

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