Der weltgrösste Computerhersteller Hewlett-Packard bekommt den Wandel in der Branche mit voller Wucht zu spüren. Im zweiten Geschäftsquartal (Februar bis April) schmolz die Zahl der abgesetzten Tischrechner um 18 Prozent und die der Notebooks sogar um 24 Prozent. Auch die Drucker verkauften sich schlechter gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Sitz im kalifornischen Palo Alto mitteilte.

HP leidet darunter, dass viele Kunden mittlerweile lieber zu einem Tablet-Computer greifen oder sich fürs Surfen im Web und Schreiben von E-Mails mit ihrem Smartphone begnügen. Hier ist HP schwach aufgestellt. Das schlägt sich in den Geschäftszahlen nieder: Der Umsatz büsste insgesamt um 10 Prozent auf 27,6 Milliarden US-Dollar ein und der Gewinn schrumpfte um 31 Prozent auf unter dem Strich 1,1 Milliarden Dollar (850 Millionen Euro).

Gewinnerwartungen übertroffen, Aktien legen rasant zu

Analysten hatten allerdings mit einem noch deutlicheren Gewinnrückgang gerechnet. Auch der Ausblick des Unternehmens auf das laufende Quartal überraschte positiv. Anleger zeigten sich daher trotz der Rückgänge begeistert und schickten Hewlett-Papiere im nachbörslichen Handel um 13 Prozent nach oben.

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Das Geschäft mit Privatkunden brach regelrecht ein und selbst das früher so solide Software- und Servicegeschäft mit Firmenkunden war rückläufig. Um sich auf die neue mobile Welt einzustellen, baut Konzernchefin Meg Whitman den Konzern momentan gross um, wobei auch Zehntausende Jobs wegfallen. «Wie ich schon so oft gesagt habe, ist dies eine mehrere Jahre andauernde Reise», erklärte Whitman.

(chb/awp)