1. Home
  2. Unternehmen
  3. Die Sieger des Handelszeitung-Wintersport-Ranking in der Kategorie «Die Vielfältigen»

Ranking
Hier sind die Wintersportorte besonders vielfältig

Skifahrer vor Berg
Skifahren mit Abwechslung: Einige Wintersportorte bieten besonders grosse Vielfalt. Quelle: Pascal Gertschen/zvg

Wer die Vielfalt der Berge schätzt, geht nach Gstaad Saanenland. Oder an einen der anderen Wintersportorte, die grosse Vielfalt bieten - eine Übersicht.

Von Claus Schweitzer
am 08.12.2017

Bereits zum vierten Mal hat die «Handelszeitung» die besten Orte für Winterferien in den Alpen gekürt. Und das in den Kategorien «die Sportlichen», die «die Vielseitigen» und «die Familiären». Das sind die besten Orte für vielseitige Wintersportler. 

Gstaad hat Stil

Unter den Allroundern sticht Gstaad Saanenland erstmals Engadin St. Moritz aus. Das hat mit der Stimmigkeit des Gesamtpakets zu tun – und mit der veränderten Erwartungshaltung vieler Wintergäste an Ferien im Schnee. Gstaad verbindet zwei scheinbare Gegensätze. Erstens ist das Lebensgefühl zugleich bodenständig und kosmopolitisch. Man kann überall die Kuhglocken hören, ein erdiger Geruch liegt in der Luft und das verschneite Chaletdorf könnte mit seinen durchwegs beleuchteten Dachgiebeln einem romantischen Wintermärchen entsprungen sein. Es gibt keine andere Bergdestination, an der man derart nah am echten alpinen Leben ist und parallel dazu ein so vielfältiges Angebot an sublimen Hotels, Restaurants, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten findet.

Zweitens: Gstaad ist entspannt und dennoch glamourös. In dieser Zeit der permanenten Beschleunigung strahlt der Berner Oberländer Sehnsuchtsort eine wohltuende Gelassenheit aus und ist mit seinem Versprechen von Harmonie, Geborgenheit und Entschleunigung genau das, was für viele Touristiker die Zukunft ist. Ein reales Utopia, das Distanz zur Grossstadt und zu den Krisen dieser Welt verschafft und in dem man anderseits nicht auf hochkalibrige Events, japanische Gourmetküche oder feinste Spas verzichten muss.

Die Unaufgeregtheit spiegelt sich auch in den Luxusherbergen, in denen es viel legerer zugeht, als es die Preisklasse nahelegen würde – trotzdem prickelt es hier an manchen Winterwochenenden mondäner, als man es in der Schweiz je erwarten würde. Man braucht nur einen Blick in die Hotelhalle des «Gstaad Palace» zu werfen: Sie ist von Leben und Heiterkeit erfüllt, viele Sprachen schwirren durch die Luft, es sind Luxushotelszenen wie aus einem Film. «Was mir an Gstaad gefällt?», fragt Hausherr Andrea Scherz. «Dass jeder an Wichtigkeit verliert. Das mögen die Wichtigen ja selbst.»

Wie andernorts im Alpenraum liegt die grösste Herausforderung für Gstaad Saanenland bei der Rentabilität der Bergbahnen und der sinkenden Zahl von Skifahrern. Zudem liegen die meisten Pisten unter 2100 Metern und sind über acht nicht zusammenhängende Berge verteilt, was von Ski-Cracks gerne belächelt wird. Doch setzt die Skiregion einen wohltuenden Kontrapunkt zur hektischen Pistenbolzerei in sportlicher ausgerichteten Alpendestinationen. Die auf Genussfahrer und Familien mit Kindern ausgerichteten Pisten verlaufen mehrheitlich entlang von Wäldern und dank der niedrigen Liftfrequenz muss man nicht ständig ängstlich nach links und rechts blicken beim Hinunterwedeln. Hier ist alles so, wie es Skifahrer von früher her in Erinnerung haben.

St. Moritz als Kontrastprogramm

Wenn Gstaad der Ort für Müssiggang und entspannten Glamour ist, dann ist St. Moritz mit dem Engadin das Gegenprogramm. Ein Ort, der für grossspurigen Luxus, Promi-Gedöns, Sportwettkämpfe auf zugefrorenen Seen und eine fast urbane Infrastruktur steht. Entscheidend für den bevorstehenden Winter wird sein, den Schwung der Ski-WM vom letzten Februar mitzunehmen. Die Umstrukturierung der Tourismusorganisation ist im Gange, am 14. Dezember wird die neue Strategie vorgestellt. Bisher durchgesickert ist, dass die einzelnen Orte wieder ein schärferes Profil erhalten. Gerhard Walter, der neue Direktor und vorher in gleicher Funktion in Kitzbühel tätig, soll dafür sorgen, dass endlich wieder mehr Reisende ins Hochtal kommen.

Megève, das savoyische Pendant zu Gstaad, und Kitzbühel, das Tiroler Äquivalent zu St. Moritz, bleiben den beiden Topplatzierten dicht auf den Fersen und landen auf den Plätzen 3 und 4, während im Mittelfeld Crans-Montana (Rang 6) Davos Klosters (Rang 7) den Rang abläuft und Saalbach-Hinterglemm im Salzburgerland (Rang 8) sich neu in die Bestenliste katapultiert.

Lesen Sie hier alles über die Kategorie «Die Sportlichen».

Anzeige