Hinterbliebene der Opfer des Germanwings-Absturzes lassen eine Schadenersatzklage vor US-Gerichten prüfen. «Wir haben Gespräche mit den Anwälten der amerikanischen Hinterbliebenen geführt», sagte der Vertreter deutscher Angehöriger der Opfer, Elmar Giemulla, der «Bild am Sonntag». «Die amerikanischen Kollegen werden für uns einen Antrag stellen. Dann entscheidet ein US-Richter, ob auch die deutschen Hinterbliebenen ihre Forderungen in den Vereinigten Staaten geltend machen dürfen.»

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

In der Regel überschreiten von US-Gerichten festgelegte Schadenersatzsummen die von deutschen Gerichten deutlich. Nach Darstellung der Zeitung verurteilten US-Gerichte in ähnlich gelagerten Fällen Airlines zur Zahlung von durchschnittlich 4,5 Millionen Euro.

Aussergerichtliche Einigung

Das Blatt berichtete weiter ohne Angaben von Quellen, in der neuen Woche solle es erste Gespräche über eine aussergerichtliche Einigung geben. Anwalt Giemulla erklärte: «In der Vergangenheit haben Airlines deutschen Angehörigen so zwischen 100’000 und 1,5 Millionen Euro zugesprochen.»

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Co-Pilot den Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings am 24. März in den französischen Alpen absichtlich abstürzen lassen. Alle 150 Insassen der Maschine wurden dabei getötet. Der Co-Pilot litt an Depressionen und unterbrach deswegen 2009 seine Pilotenausbildung. Im selben Jahr informierte er die Fliegerschule der Lufthansa über eine «abgeklungene schwere Depression».

33 Familien blieben ohne Hilfe

Lufthansa hat bislang an 111 Familien von Passagieren der Unglücksmaschine eine Soforthilfe von 50’000 Euro gezahlt. «Sobald der Anspruch für uns nachvollziehbar ist, zahlen wir», sagte Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf dem Blatt. Nach dem Bericht haben 33 Familien noch keine finanziellen Hilfen erhalten.

(reuters/ise)