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Sanierung
Hiobsbotschaft für Karstadt-Mitarbeiter

Karstadt: Seit langer Zeit ist der Warenhauskonzern in der Krise.  Keystone

Ein Viertel der Warenhäuser von Karstadt sind anscheinend von der Schliessung bedroht. Die Mitarbeiter müssen sich auf massive Entlassungswellen einstellen.

Veröffentlicht am 19.10.2014

Die 17’000 Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt müssen sich einem Zeitungsbericht zufolge auf Entlassungen und Kaufhausschliessungen einstellen. Am kommenden Donnerstag solle dem Aufsichtsrat ein 100-seitiges «Sanierungs- und Zukunftskonzept» vorgelegt werden, berichtete die Zeitung «Bild am Sonntag» vorab.

23 der 83 Warenhausfilialen seien von der Schliessung bedroht, weil sie rote Zahlen schrieben und kaum noch eine Perspektive hätten. Doch viele dieser Standorte bekämen eine letzte Bewährungschance. «Einen Kahlschlag mit der Machete wird es nicht geben, mögliche Entlassungen werden sozialverträglich umgesetzt. Aber ohne deutliche Einschnitte gibt es keinen Neuanfang», zitierte die Zeitung einen Experten, der am Konzept mitgearbeitet habe.

Zwei Kategorien von Einkaufshäuser

Der neue Karstadt-Eigentümer, der österreichische Immobilien-Milliardär Rene Benko, wolle die verbleibenden Karstadt-Häuser in zwei Kategorien einteilen, hiess es weiter. In «Erlebnishäuser» mit Shopping-Entertainment in den grösseren Städten und «Kaufhäuser der Stadt» an kleineren Standorten, die den täglichen Einkaufsbedarf abdecken sollten.

Für die Angestellten des Warenhauskonzerns ist die Nachricht nur eine weitere Hiobsbotschaft. Der angeschlagene Konzern verweigert schon länger Lohnerhöhungen und stellt auch das Wihnachtsgeld auf den Prüfstand. Die deutsche Gewerkschaft Verdi ist empört.

Zukunftskonzept fehlt

Die Tarifkommission der Gewerkschaft halte ihre Forderung nach tariflicher Standort- und Beschäftigungssicherung und einer Rückkehr in die Tarifbindung aufrecht. In der ersten Runde der Tarifverhandlungen nach dem Eigentümerwechsel zur Signa-Holding des österreichischen Immobilienmoguls René Benko habe Ver.di den «Vorstoss zurückgewiesen, den Beschäftigten erneute Einschnitte zuzumuten.»

Die Pläne der neuen Karstadt-Führung erschöpften sich bisher fast ausschliesslich in weiteren Kosteneinsparungen, kritisierte Peukes: «Ein tragfähiges Zukunftskonzept, das klarmacht, wohin die Reise bei Karstadt gehen soll, fehlt aber immer noch.»

(reuters/ise)

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