Klar, im Vordergrund steht die Selbstverantwortung. Jeder Einzelne, jede Einzelne bestimmt, in welcher Umgebung er oder sie sich wohl fühlt. Individualität ist Synonym der persönlichen Freiheit. Die Ansprüche beispielsweise an Bereiche wie Sauberkeit und Hygiene können, auch wenn sich die Mehrheit am Normalfall orientiert, selbst bei gleicher gesellschaftlicher Herkunft krass unterschiedlich sein.

Irgendwo allerdings hat diese persönliche Freiheit ein Ende, stösst sie an ihre Grenzen. Selbst dann, wenn der Wertewandel durch veränderte Lebensgewohnheiten - als Beispiel sei die starke Zunahme der Auswärtsverpflegung aufgeführt - begründet wird, muss sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht alles gefallen lassen.

Beispielsweise das Littering! Die zunehmende Unsitte, Abfälle wie Schnellverpflegungs-Verpackungen, Gratiszeitungen, Getränkedosen usw. im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen, ohne die bereitstehenden Abfalleimer zu benutzen, hat in unserem Land derart überhandgenommen, dass heute als Gegenmassnahme längst nicht nur von Prävention die Rede ist. Da und dort muss, weil ein paar wenige darauf verzichten, ihr Hirn einzuschalten, auf Repression, sprich Bussen gesetzt werden. Die polizeiliche Verzeigung und das Ausfüllen von Bussenzetteln sind der letzte Ausweg, wenn der Appell an die Vernunft sowie breite Aufklärungsarbeit nicht fruchten.

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Schuld an der Verschmutzung unserer Umwelt trägt übrigens nicht, wie immer wieder vermutet wird, allein die jüngere Generation. Littering-Sünder entstammen jedwelcher Alterskategorie. Eine gute «Kinderstube» ist keine Frage des Alters. Wesentlich wichtiger als das Alter sind die persönlichen Bedürfnisse.

Damit zur Kernaussage: Wer raucht, ist ein potenzieller Litterer. Als Konsequenz der Rauchverbote in Lokalen oder im öffentlichen Raum häuft sich die Unsitte, Zigarettenstummel - entgegen den einfachsten Regeln des Zusammenlebens - achtlos wegzuwerfen. Anschaungsmaterial für fehlende Rücksichtnahme und mangelnden Anstand liefern insbesondere Tram-, Bus- und Bahnstationen.

Nochmals: Verantwortlich für sein Tun und damit sein Fehlverhalten ist der Einzelne. Aber auch von der Zigarettenindustrie wünschte man sich ein zielgerichteteres Engagement gegen das Littering. Die Abgabe von Taschenaschenbechern darf nicht die einzige Aktion im Kampf gegen diese Unsitte sein. Denn Rauchen gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern ist mitverantwortlich für das Ärgernis Littering.