Das hochverschuldete chinesische Konglomerat HNA bereitet Insidern zufolge die milliardenschwere Abspaltung einer zweiten Schweizer Tochtergesellschaft vor. HNA prüfe einen Börsengang oder einen Verkauf des Flugzeugabfertigers Swissport, sagten mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. HNA hoffe, eine Bewertung zu erzielen, die mindestens den 2,7 Milliarden Franken entspreche, die sie beim Kauf von Swissport im Jahr 2015 bezahlt hatten.

Die Chinesen, die Grossaktionäre bei der Deutschen Bank sind, wollten sich allerdings nicht von allen Anteilen trennen. Swissport ist eigenen Angaben zufolge der weltweit grösste Abfertiger von Passagieren und Fracht für die Luftfahrtbranche und erwirtschaftet einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro.

Liquiditätsprobleme

Nach einer ausgedehnten Einkaufstour war HNA in einen Finanzengpass geraten. Wegen seiner Verschuldung und Änderungen in seiner Aktionärsstruktur nahmen auch die Behörden in mehreren Ländern den Mischkonzern ins Visier.

Mit Transaktionen wie dem Verkauf des Mehrheitsanteils an der spanischen NH Hotel Group oder dem Börsengang der Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup will sich das Unternehmen Luft verschaffen. Immerhin haben mehrere internationale Banken, darunter die beiden grössten Schweizer Institute Credit Suisse und UBS, nach umfangreichen Prüfungen keine Bedenken, mit HNA Geschäfte zu machen, hiess es am Mittwoch in einer E-Mail von HNA an Reuters.

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Rothschild als Berater

Der Prozess zur Abspaltung von Swissport könnte bereits im zweiten Quartal anlaufen, erklärten Insider. Rothschild sei als Berater mandatiert worden. Der Börsenplatz stehe noch nicht fest, möglich sei etwa eine Notierung in Zürich oder New York, erklärt eine der Personen.

HNA dürfte mit der Swissport-Transaktion warten, bis der Gategroup-Börsengang über die Bühne gegangen sei. Insidern zufolge soll Gategroup im März oder April an den Aktienmarkt kommen. Swissport müsse auch die Übernahme der australischen Aerocare in trockene Tücher bringen. Das dürfte zum Quartalsende der Fall sein. HNA und Swissport waren vorerst nicht erreichbar, Rothschild lehnte eine Stellungnahme ab.

(reuters/ise)