Der hoch verschuldete chinesische Mischkonzern HNA versilbert seine Gategroup-Beteiligung bereits nach etwas mehr als einem Jahr wieder. Die Bordverpflegungsfirma gab am Donnerstag den Startschuss für die Rückkehr an die Schweizer Börse SIX.

Auf Basis der angepeilten Preisspanne von 16 bis 21 Franken je Aktie wäre der Weltmarktführer nach der Transaktion 2,1 bis 2,6 Milliarden Franken wert. Der chinesische Grossaktionär HNA hatte Gategroup Ende 2016 für 1,4 Milliarden Franken übernommen.

Der bislang grösste Schweizer Börsengang in diesem Jahr soll HNA bis zu 1,3 Milliarden Franken in die Kasse spülen. Das auf der chinesischen Insel Hainan ansässige Konglomerat will gut ein Drittel der Gategroup-Anteile behalten. Eine Kapitalerhöhung im Zuge der Transaktion soll zudem etwa 350 Millionen Franken einbringen. Der Handelsstart ist für den 27. März geplant.

Das Unternehmen mit Sitz in Glattbrugg  ging 2001 aus Fluggesellschaft Swissair hervor. Im vergangenen Jahr erzielte Gategroup bei einem Umsatz von 4,6 Milliarden Franken einen Gewinn von 85,2 Millionen Franken. Der Rivale der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chef und von kleineren Anbietern wie SATS aus Singapur oder die österreichische Do&Co beschäftigt weltweit rund 43'000 Mitarbeiter.

HNA braucht frisches Geld

HNA will sich nach einer milliardenschweren Einkaufstour wieder von Investments trennen, um seine Liquidität zu verbessern. Mitte Februar wurde die Beteiligung an der Deutschen Bank abermals gesenkt. Und auch seine Beteiligung an der amerikanischen Hotelkette Park Hotels & Resorts wollen die Chinesen abgeben. Insidern zufolge soll HNA auch die milliardenschwere Abspaltung einer zweiten Schweizer Tochtergesellschaft vorbereiten: Einen Börsengang oder Verkauf des Flugzeugabfertigers Swissport.

Gategroup hat als dritter Kandidat den Sprungs auf das Börsenparkett noch vor Ostern angekündigt. Der Sensorhersteller Sensirion und die Medizintechnikfirma Medartis peilen ihr Debüt am 22. und 23. März an. Insidern zufolge sollen zudem die Logistikfirma Ceva und die Pharmafirma Polyphor in den Startlöchern stehen.

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(reuters/tdr/mbü)