Vor knapp zwei Jahren hatte der Milchverarbeiter Hochdorf grosse Hoffnungen in die Produktion von medizinischen Nahrungsmitteln gesetzt. Doch der Erfolg blieb aus. Nun zieht sich das Unternehmen aus dem Geschäftsbereich zurück.

«Nach zweijähriger Aufbauarbeit muss festgestellt werden, dass die Erfolge sowohl im zeitlichen wie auch im finanziellen Umfang nicht im gewünschten und erwarteten Rahmen realisiert werden können», teilte Hochdorf anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen mit. Das Geschäft mit medizinischen Nahrungsmitteln hätte gemäss den ursprünglichen Plänen 2013 schwarze Zahlen schreiben und ab 2015 einen Umsatz von 15 bis 25 Millionen Franken leisten sollen. Diese Ziele sind nun Makulatur.

Der Rückzug kostet Hochdorf im laufenden Jahr 1,4 Millionen Franken. Da der Entscheid erst im August fiel, beeinflusste er das Halbjahresresultat aber nicht mehr.

Gewinn verdoppelt

Dieses weist unter dem Strich einen Gewinn von 1,8 Millionen Franken aus, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda dagegen sank um 8,7 Prozent auf 8,4 Millionen Franken.

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Der Bruttoerlös lag knapp 1 Prozent unter dem Niveau von 2012 bei 182,5 Millionen Franken. Der deutlich tiefere Milcheingang, der anhaltende Preis- und Importdruck sowie der starke Schweizer Franken hätten Hochdorf auf die Probe gestellt, hiess es in der Medienmitteilung. Verkauft worden seien insgesamt 229,3 Millionen Kilogramm Milch und Molke, 7,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Stabile Milchmengen erwartet

Für das zweite Halbjahr rechnet Hochdorf mit stabilen Milchmengen. Die Herausforderungen aufgrund des starken Frankens würden aber anhalten. Das Unternehmen geht deshalb davon aus, seine Ziele für das Ebitda im Geschäftsjahr 2013 «nicht vollumfänglich zu erreichen».

Da die Firma die Publikation der wichtigsten Halbjahreskennzahlen um zwei Stunden vorzog, wurden die Hochdorf-Aktien am Nachmittag kurzzeitig vom Handel an der Schweizer Börse ausgesetzt.

(chb/vst/sda)