Bereits seit vier Jahren steigen die Kurse von SMI, Dax und anderen wichtigen Indizes. Gemessen an den Tiefs des Jahres 2003 haben viele Titel dreistellige Kursgewinne verbucht. Daher fragen sich viele Investoren, wie es an der Börse weitergehen wird.

Nach hohen Kursgewinnen sind die Aktienmärkte jederzeit anfällig für Rückschläge. Auch wenn viele Experten den Kursen derzeit angesichts moderater Bewertungen weiterhin Spielraum einräumen. In einem solchen Szenario bieten Höchststandszertifikate, sogenannte Highscore-Zertifikate, ein attraktives Auszahlungsprofil: Wenn sich der Basiswert – beispielsweise der SMI oder der Dow Jones Euro Stoxx 50 – während der Laufzeit permanent über einer bestimmten Barriere hält, basiert die Auszahlung bei Fälligkeit auf dem während der Laufzeit erreichten Höchststand des jeweiligen Basiswertes. Somit optimiert der Investor effektiv seinen Ausstiegszeitpunkt.


Grosser Kursverlust verkraftbar

Ein Beispiel für ein solches Derivat ist das Höchststandszertifikat auf den Dow Jones Euro Stoxx 50 (SWX Symbol: ESXMX) von Goldman Sachs. Es bietet dem Investor eine Rückzahlung zum Höchstkurs, wenn der Dow Jones Euro Stoxx 50 nie unter die Grenze von 1935,45 Punkte fällt. Der Index, der aktuell bei 4411 Punkten notiert, kann also gut 56% seines Wertes verlieren, ohne dass dem Investor ein Verlust entsteht. Neben der Höchststandssicherung geniesst der Anleger hier also einen komfortablen Schutz vor Kursrückschlägen. Für die spätere Rückzahlung ist bei diesem Produkt der höchste Monatskurs relevant. Der nachträgliche Ausstieg zum höchsten Monatskurs kann sich als Vorteil erweisen, wenn es während der weiteren Laufzeit eines strukturierten Produktes zu einer kräftigen Korrektur oder gar zu einer Trendwende am Aktienmarkt kommen sollte, die jedoch die gesetzte Barriere unberührt lassen.

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Hinter der Kombination aus Höchststandssicherung und Teilschutz verbirgt sich genau wie bei anderen strukturierten Produkten ein ausgefeiltes Innenleben. Den Kern des Höchststandszertifikats bi ldet hierbei eine sogenannte Lookback-Option. Die Auszahlung einer solchen exotischen Option richtet sich massgeblich nach den erreichten Höchst- oder auch Tiefstständen, die ein Basiswert während einer bestimmten Laufzeit erreicht. Wie der Name Lookback andeutet, schaut der Inhaber dieser Option also auf den höchsten oder den tiefsten Kurs zurück.

Die einfachste Form einer Lookback-Option ist die sogenannte Fixed-Strike-Lookback-Option. Bei einem Fixed-Strike-Lookback-Call erwirbt der Investor den Anspruch auf eine Zahlung, die durch die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Höchstkurs des Basiswertes während der Laufzeit des Zertifikats definiert wird.


Risiko ermöglicht die Strategie

In einem Höchststandszertifikat ist neben einer klassischen Zero-Strike-Call-Option eine Conditional Fixed-Strike-Lookback-Call-Option enthalten. Diese ist im Gegensatz zu einer einfachen Fixed- Strike-Lockback-Option zusätzlich mit einer Barriere ausgestattet. Wird diese vom Basiswert unterschritten, verfällt die Kaufoption, womit das Höchststandszertifikat die Eigenschaft der Höchststandssicherung verliert. Der Conditional Lookback Call ist also riskanter als die klassische Variante. Dafür ist diese Option aber preiswerter, was die Konzeption attraktiver Höchststandszertifikate teilweise erst ermöglicht.


Inklusive Währungsschutz

Neben der Entwicklung des Basiswertes sollten Investoren jedoch auch Währungsunterschiede zwischen Basiswert und Investmentprodukt nicht ausser Acht lassen. Bei Investments ausserhalb des Euro- oder Frankenraums kann die Währung einen unvorteilhaften Einfluss auf den Wert eines Produktes haben. Verliert die Währung, in der das Produkt notiert, gegenüber der Heimatwährung, geht Rendite verloren.

Diese Thematik lösen sogenannte Quanto-Höchststandszertifikate wie etwa das Produkt auf den japanischen Nikkei (Symbol: NKYHY). Es schaltet die Wechselkursdifferenzen zwischen Euro und Yen aus, sodass ein künftig fallender Yen die Gesamtrendite des Produktes nicht beeinflusst. In diesem Beispiel verbessert die Währungssicherung sogar die Ausstattung des Zertifikats. Da die Renditen am japanischen Obligationenmarkt deutlich niedriger sind als im Euroraum, sind währungsgesicherte Optionen preiswerter. Das ermöglicht einen wirksameren Teilschutz, als es bei einem Produkt ohne Währungsschutz der Fall wäre. Bei einem Basiswert aus einer Region mit hohen Obligationenrenditen, wie etwa in den USA, würden sich dagegen durch die Wechselkurssicherung die Konditionen verschlechtern.

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Francesco Adiliberti, Leiter der Private Investors Products Group (PIPG), und Robert Zimmermann, Co-Head des Bereichs Public
Distribution, beide Goldman Sachs, Zürich.