Trotz sich abzeichnender Finanzkrise hätte vor rund zwei Jahren wohl niemand erwartet, dass die Zentralbanken die kurzfristigen Zinsen innerhalb weniger Monate auf praktisch 0% senken würden. Auch die Schweizerische Nationalbank reagierte und senkte ihre kurzfristigen Zinsen ebenso drastisch und das Ziel für den Drei-Monats-Libor auf 0,25%.

Balanceakt der Nationalbanken

Tiefe Zinsen, verbunden mit einer hohen Liquiditätszufuhr, gab es in der Vergangenheit schon mehrmals. 1973 führte die Ölkrise zu tiefen Zinsen, 1978 ein zu starker Schweizer Franken sogar zu negativen Zinsen. 2003 sah sich die SNB aufgrund einer wirtschafltichen Schwäche zu Zinssenkungen gezwungen. Auf Tiefzinsphasen folgten oft innert kurzer Zeit massiv höhere Zinsen, was jeweils auch die langen Zinsen nach oben drückte.

Wann wird der Zustand der Wirtschaft Zinserhöhungen wieder rechtfertigen? Dreht die Nationalbank zu spät an der Zinsschraube droht Inflation, mit einer zu frühen Zinserhöhung würde die konjunkturelle Erholung gefährdet. Alle Zentralbanken werden sich diesem Balanceakt stellen müssen - ob sie ihn meistern, wird sich zeigen.

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Marktindikatoren wie die Forwardzinssätze gehen derzeit im Vergleich zu früheren Zinskorrekturen, nur von einem moderaten Anstieg der kurzfristigen Zinsen auf 0,75% in einem Jahr und 1,5% in zwei Jahren aus.

Was aber macht ein Hauseigentümer, dessen Festhypothek in ein bis zwei Jahren fällig wird? Im Falle von stark steigenden Zinsen drohen höhere Finanzierungskosten. Oder wie soll sich ein Unternehmen schützen, um die Finanzierung zukünftiger Projekte zu sichern?

Eine effektive Lösung zur Absicherung dieser Risiken bieten Zins-Warrants. Warrants sind Optionsscheine, die an der Schweizer Derivatebörse Scoach zu kleinen Beiträgen gehandelt werden können. Sie sind wie eine Versicherung, für deren Leistung eine Prämie entrichtet werden muss. Im Schadenfall - in diesem Fall ansteigende Zinsen - wird die Option in Form einer Entschädigung für die Schadensumme aufkommen. Die Höhe dieser Entschädigung ist abhängig von der Differenz des aktuellen Zinssatzes und dem gewählten Ausübungspreis. Je höher dieser Ausübungspreis bzw. Selbstbehalt, umso günstiger ist die zu bezahlende Prämie.

Mit der Bezahlung einer Prämie schützt man sich somit vor steigenden Zinsen und stellt eigene Budgetpläne auf sichere Füsse. Sollten die Zinsen nicht ansteigen, ist die Versicherung zwar wertlos, die Hypothekarschuld kann jedoch auf tiefem Zinsniveau fixiert werden. Bei Abschluss einer Forwardhypothek kann bei tiefen Zinsen nicht profitiert werden, da es sich um ein Verpflichtungsgeschäft handelt. Bei der Option erwirbt der Käufer lediglich ein Recht und keine Verpflichtung zur Ausübung.

Zins-Warrants für ruhigen Schlaf

Zins-Warrants werden von verschiedenen Banken angeboten und sind an der Börse täglich handelbar. Zudem besteht das Angebot massgeschneiderter Optionen, welche die Finanzierung kalkulierbar machen und als Folge die Schuldner ruhig schlafen lassen - dies auch im Falle von drastischen Zinsanstiegen.

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