In der Steueraffäre um Uli Hoeness, der sich im Januar dieses Jahres selbst angezeigt hat, kommen neue Details ans Licht. Über 33'000 Bewegungen auf seinem Konto der Bank Vontobel soll es im Zeitraum über mehrere Jahre nach «Spiegel»-Informationen gegeben haben.

Bereits vor Wochen hatte der Bayern-Präsident klargestellt, dass er in den Jahren 2002 bis 2006 «richtig gezockt» habe. «Ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin», sagte der 62-Jährige.

Hoeness hatte über das Schweizer Konto, das er bis zum Januar 2013 vor dem deutschen Fiskus geheim hielt, im grossen Stil an der Börse spekuliert. Angefangen habe jedoch alles schon «viel früher». In kleinerem Rahmen. «Mal 50'000 Dollar, das war es. Das wurde heftiger, als alle an der Börse spielten, zur Zeit der grossen Internetblase. Als diese Blase dann platzte, fuhr ich schwere Verluste ein, ich war da richtig klamm», wird Hoeness in einem Bericht der «Welt» zitiert.

Kredit von Dreyfus

Mit einem Kredit des damaligen und mittlerweile verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis Dreyfus habe er ab 2001 begonnen, exzessiv an der Börse zu spekulieren: «Das war der Moment, als Dreyfus mir anbot, lass uns was zusammen machen, er würde es finanzieren. So kamen die Millionen auf das Konto, es war immer klar, das war ein Konto zum Zocken, für nichts anderes.» Er bekräftigte, dass es sich um ein rein privates Konto handle, der FC Bayern damit also nichts zu tun habe.

Unklar ist noch, um welche Summe es bei der Steuerhinterziehung geht. Die Staatsanwaltschaft München II geht von rund 3,2 Millionen Euro aus. Der «Focus» schreibt in seiner aktuellen Ausgabe jetzt, dass sich anfangs um fünf Millionen Euro gehandelt habe, rund zwei Millionen davon seien bereits verjährt.

Niersbach stärkt Hoeness den Rücken

Die Anwälte von Hoeness hingegen haben eine nicht verjährte Summe von 950'000 Euro errechnet. Frühestens im September wird Licht ins Dunkel kommen, denn dann entscheidet die Staatsanwaltschaft laut «Welt», ob sie die in der vergangenen Woche erhobene Anklage zulässt.

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Derweil hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sich in der Steueraffäre um Uli Hoeness deutlich hinter den Präsidenten des deutschen Rekordmeisters gestellt. «Ich sage offen: Ich würde ihm als Freund wünschen, dass er seine grossartige Arbeit für den FC Bayern fortsetzen kann», meinte der 62-Jährige in der «Bild am Sonntag».

(vst)