Mit der eingeschlagenen Strategie gehe die Bank den Weg des geringsten Widerstands, kritisiert Manuel Ammann, Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Universität St. Gallen, den Kurs der UBS. «Die Bank will sich damit alle Optionen für die Zukunft offen halten.» Franz Jaeger, emeritierter Professor für Wirtschaftspolitik der Uni St. Gallen, hat allerdings Verständnis für die neuste vorsichtige Strategieanpassung: «Ein absoluter Richtungswechsel wäre nicht zielführend.»

Ray Soudah, Gründer von Millenium Associates, spekuliert bereits über eine mögliche spätere Abspaltung der gut laufenden Bereiche vom US- Vermögensverwaltungsgeschäft und dem Investment Banking, welche der Grossbank Verluste brachten.

Als höchst profitabel erweist sich das Bankengeschäft mit Unternehmen in der Schweiz. Dieser positive Trend verstärkt sich in den ersten Wochen des neuen Jahres. Laut Recherchen der «Handelszeitung» haben Firmenkunden vermehrt Vertrauen in die Grossbanken. Während viele Privatkunden vorsichtig sind, setzen Geschäftskunden, die im letzten Jahr Gelder bei Kantonalbanken in Sicherheit gebracht hatten, mehr auf UBS und CS. «Bei Firmen können wir dies im Einzelfall beobachten», bestätigt die Pressestelle der Zürcher Kantonalbank. Auch die St. Galler Kantonalbank bekommt die neue Haltung der Firmenkunden zu spüren, wie Kadermitglieder erklären. Der Grund liegt darin, dass vor allem die UBS mit besseren Konditionen lockt und der Faktor Sicherheit durch die Staatsintervention in den Hintergrund rückt.