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Uhren
Hoffnung für Detroit - mit Schweizer Hilfe

Die Uhren von Shinola sind teilweise Swiss Made: Ziel sind 1,2 Millionen Stück pro Jahr. (Bild: Screenshot Shinola.com)

Dem Bankrott der Stadt zum Trotz gibt es in Detroit Zeichen der Hoffnung. Grosse Pläne hat zum Beispiel die Firma Shinola – mit Hilfe aus der Schweiz, aber auch mit einer Kampfansage Richtung Genf.

Von Jeffrey Vögeli
am 19.07.2013

Detroit ist bankrott. Doch in der einst fünftgrössten Stadt der USA gibt es auch Zeichen der Hoffnung. Schon im Januar berichtete der US-Finanznachrichtendienst «Bloomberg» von Immobilien zu Schnäppchenpreisen, die Investoren aus der ganzen Welt anziehen. Im März wurde zudem bekannt, dass der Milliardär Dan Gilbert schon 2012 in ein Bürogebäude investiert hatte.

Diese Investoren beweisen, dass zumindest mancherorts Optimismus in Bezug auf die Zukunft der Autometropole herrscht. Ihr Optimismus dürfte unter anderem auf Firmen wie Shinola beruhen.

Die Macher hinter dem Unternehmen sehen in Detroit nicht nur eine grosse industrielle Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft, wie sie auf ihrer Website schreiben. Mit Shinola haben sie eine frühere Marke für Schuhcrème wiederbelebt, die seit den 1960er-Jahren nicht genutzt worden war.

Neue Perspektive als Produktionsstandort

Shinola produziert heute vor Ort Fahrräder, Uhren, Agenden und Ledertaschen. In der Uhrenherstellung sind die Jungunternehmer besonders ambitioniert – und nehmen den Mund mit einer Kampfansage an die Schweiz durchaus voll: «Eines Tages, wenn man Genf das Detroit der Schweiz nennt, wird das auf das klassische Design der Runwell zurückzuführen sein», schreiben sie zu ihrer Uhr.

Eine erste Kleinserie der Quartzuhr verkaufte sich gut: Die 2500 Stück waren in einer Woche ausverkauft. Sollte Shinola das langfristige Ziel von 1,2 Millionen Uhren pro Jahr tatsächlich erreichen, muss sich der eine oder andere Schweizer Hersteller tatsächlich warm anziehen.

Eine US-Dominanz des weltweiten Uhrenmarktes scheint aber doch nicht zu drohen: Das Uhrwerk der amerikanischen Uhr besteht aus Schweizer Teilen. Ausserdem wurden die Uhrmacher mit Hilfe der Baselbieter Firma Ronda ausgebildet. Diese liefert auch die Teile für das Uhrwerk.

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