Marketing-Professor Torsten Tomczak von der Universität St. Gallen präsentierte die internationale Studie «Swissness Worldwide» zur Wahrnehmung der Marke Schweiz, durchgeführt von der htp St. Gallen Managementberatung AG, McCann Erickson und dem HSG-Institut für Marketing und Handel. Fazit: Swissness bietet den (leider nicht nur) Schweizer Unternehmen wegen des guten Rufs einen wertvollen Zusatznutzen. Die Schweiz wird weitherum gelobt – ausser in den Punkten Weltoffenheit, Preisniveau und Innovationsfähigkeit.

Jean-Daniel Pasche vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie berichtete über die weltweit aktive Missbrauchsbekämpfung seiner Branche. Die Grenzen der Nützlichkeit der Swissness zeigte Heinrich J. Nüssli von der Nüssli AG auf, international führender Anbieter temporärer Bauten für Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen: In den meisten Ländern werde der «Schweiz» mit gemischten Gefühlen begegnet, und er trete je nach Land und Kontinent lieber unscheinbar als lokaler Anbieter auf. Ins gleiche Horn stiess Stefan Scheiber von Bühler.

Den komplexen Sachverhalt der Revision des Marken- und Wappenschutz-Gesetzes erläuterte Felix Addor vom Eidgenössischen Amt für Geistiges Eigentum in verständlichen Worten – die Vernehmlassung liegt derzeit beim Bundesrat. Auf die grosse Bedeutung der Swissness wies Swiss-Manager Christoph Beckmann hin: Die Schweiz habe eine grosse Bedeutung für die Schweizer Fluglinie, aber: «Hohe Berge allein reichen nicht». Ähnlich argumentierte Jürg Simon, Anwalt bei Lenz & Staehelin sowie Emmentaler Switzerland: «Swissness allein ist für Käse nicht gut genug.»

Anzeige

In den Podiumsdiskussionen sprach sich Eva Jaisli von PB Swiss Tools für Ehrlichkeit gegenüber den Konsumenten aus, ebenso wie Addor und Ruedi Christen von Swissmem, Johannes Matyassy von Präsenz Schweiz sowie Trybol-Chef Thomas Minder; uneinig waren sie sich, ob bei den diskutierten 60% Produktionsanteil auch die Marketing-Aufwendungen eingerechnet werden dürfen.