Gut 70 geladene Gäste aus der Finanz- und Reisebranche sowie aus der Werbung und Kommunikation nutzten am 3. Februar 2010 im ansonsten privaten Club zum Rennweg in Zürich die Gelegenheit, Harry Hohmeister etwas persönlicher kennenzulernen. Der bislang noch selten extern aufgetretene CEO der Swiss stellte sich anlässlich des ersten Mittwoch Inside der «Handelszeitung» in diesem Jahr den Fragen von Chefredaktor Martin Spieler. Dieser wollte gleich zu Beginn wissen: «Am 1. Juli 2009 haben Sie die operative Führung von Christoph Franz übernommen. Wo und wie trägt die Swiss bereits Ihre Handschrift?» Hohmeisters Replik: Die Swiss trage seine Handschrift bereits seit fünf Jahren, als er als Innenminister zur Geschäftsleitung gestossen sei. Ungewohnt für ihn sei vielmehr, dass er nun als Aussenminister der Swiss im Interesse der breiten Öffentlichkeit stehe.

Obwohl Norddeutsche - Hohmeister ist in Delmenhorst geboren und in Bremen aufgewachsen - eher als kühl gelten, kam er in seiner neuen Rolle beim Publikum an. «Seine sehr offene Art finde ich gut», sagte Morten Hannesbo, CEO der Amag-Gruppe. «Er ist offen und informativ», resümierte Peter P. Tschirky, CEO des Grand Resort Bad Ragaz. Auch mit seinen Ausführungen über die Zukunft der Swiss, die exklusiv und vertraulich für die Ohren der Anwesenden gedacht waren, vermochte Hohmeister zu punkten. «Die Planung in Zeithorizonten entspricht meiner Vorstellung eines typisch schweizerischen Qualitätsunternehmens», meinte Carmen Breuss, Direktorin von Österreich Werbung in der Schweiz. Selbst ein Mitbewerber gab sich beeindruckt: «Die erläuterte Strategie beweist eindrücklich, dass die Swiss vermutlich der Konkurrenz auch hier einen Schritt voraus sein wird», erklärte Tobias Pogorevc, CFO von Helvetic Airways - drei der vier Maschinen der Fluggesellschaft im Besitz von Financier Martin Ebner fliegen für die Swiss.

Doch was passiert, wenn am 31. Dezember 2010 die Ära von Wolfgang Mayrhuber als CEO des Lufthansa-Konzerns offiziell endet und Christoph Franz tendenziell sein Nachfolger wird? Folgt dann Hohmeister wieder auf Franz? Seine Antwort: Er sehe sich noch für einige Jahre an der Spitze der Schweizer Lufthansa-Tochter.

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