Marode Banken, geplatzte Immobilienträume und klamme Staatskassen – Spanien steckt in einer schweren Rezession.

Die Wirtschaftskrise trifft auch Holcim. Der Zementabsatz im südeuropäischen Land sackte in den ersten neun Monaten um ein Drittel ab. Das Geschäft mit Transportbeton und Zuschlagsstoffen lief sogar noch schlechter. Konzernsprecher Peter Gysel spricht von einem «dramatischen Rückgang seit 2008».

Nun zieht Holcim España die Notbremse. Bis zum Jahresende werden 295 der 1053 Stellen gestrichen. Verwaltung und Verkaufsabteilung sollen verkleinert werden. Im südwestspanischen Lorca schloss der Konzern ein Zementwerk. Dutzende Betonzentralen sollen folgen.

Noch im Herbst 2008, als der Baumarkt bereits kriselte, übernahm Holcim für damals umgerechnet knapp 240Millionen Franken Tarmac Iberia – das Transportbeton- und Zuschlagstoffgeschäft des Bergbaukonzerns Anglo American. Der Kaufzeitpunkt war denkbar ungünstig. Kurz nach Unterzeichnung des Tarmac-Vertrages setzte die rasante Talfahrt der spanischen Baubranche ein, die bis heute anhält.

«Für uns war der Tarmac-Deal eine klare Fehlentscheidung, die jetzt von der Belegschaft ausgebadet werden muss. Schliesslich zeichnete sich die tiefe Krise im Immobiliensektor bereits damals ab», sagt Jenaro Ruiz, ehemaliger Holcim-Betriebsratsvorsitzender.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

Anzeige